Ein Winzer auf Schi

Dass man extra in ein Schigebiet fährt und sich 2 Brettln anschnallt um so seine eh schon spärliche Freizeit zu genießen, das hätte sich ein Weinviertler Winzer wohl auch nicht erträumt.
Ein Weinviertler kennt zwar sogenannte Berge, was sich vor allem in Namen wie Kalvarienberg, oder Öhlberg niederschlägt. Doch für jemanden, der hinterm Semmering aufgewachsen ist, sind das allenfalls Hügerln, die einem höchstens ein Lächeln entlocken. Schifahren, sowas wird hier zwar in Form eines Schulskikurses doch einmal ausprobiert, aber viel mehr... Nun gut, mit dem mitgebrachten Schul-Wissen sollte es möglich sein einen Urlaub im "Hochgebirge" mit gemütlichem Hinunterrutschen und noch gemütlicheren Hüttenbesuchen hinter sich zu bringen. Nicht so, wenn die Freundin eine waschechte Kärnter Schilehrerin ist. Dann ist vorbei mit rutschen. Hier heißt es carven, kanten, Außenschi belasten. Viel gibt es da zu lernen, der Urlaub artet in Arbeit aus.
Es fängt ja schon mit dem richtigen Tragen der Schi an, auf der Schulter, Spitzen nach vorne. Man will ja nicht gleich, schon vor der ersten Abfahrt, als Tourist angestempelt werden! Nach dem 100. "Knie nach vorne, nicht nach hinten absitzen, bleib vorne" ist die Geduld auf beiden Seiten schon ziemlich aufgebraucht. Bis dem Winzer ein Licht aufgeht. Wenn man sich ein bisschen weiter nach vorne lehnt und in die Knie geht, dann geht es leichter. Hab ich dir doch gesagt, denkt die Kärntnerin. Reden kann die viel, solche Erfahrungen muss man eben selber machen, der Winzer...

Auch der professionelle Einkehrschwung muss gelernt werden. Und da warten gleich die nächsten Tücken. Denn das eine oder andere alkoholische Hütten-Trankerl bringt die Grobmotorik dann doch etwas durcheinander. Deshalb hat der Winzer dann auch, nach einem eigentlich sturzfreien Tag, doch noch einen Schönen Stern gerissen. Ausgerechnet am letzten, flachen Stück sind ihm die Glühweinderln zum Verhängnis geworden. Passiert ist nichts, nur der Stolz, der ist ein bisschen angekratzt!

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