Warum der Landhausstil aufs Land passt und der Winzer sich trotzdem nicht ganz geschlagen gibt


Letztes Jahr, kurz vor der Weinlese, haben der Winzer und die Kärntnerin ihr Haus übernommen. Also genauer gesagt, die Eltern vom Winzer sind ausgezogen. Für alle Nicht-Weinviertler zu Erklärung, das ist hier an der Tagesordnung. Nicht die Kinder verlassen das Nest, sondern die Eltern überlassen das Wirtschaftshaus der jungen Generation und ziehen in den sogenannten „Ausnahm“.

Und so sind geblieben, zwei bereits renovierte Zimmer, eine Küche in Eidottergelb, sonst leere Räume, alte Möbel, teilweise sehr alte Böden, Fliesen aus den 70ern. Muss man mehr sagen. Nun, was machen mit dem Haus? Auf alle Fälle muss etwas passieren, viel sogar.

Die Vorstellungen von Winzer und Kärntnerin gehen da natürlich etwas auseinander. Hm gut, eigentlich sind sie komplett unterschiedlich, weshalb sich der Start der Renovierung auch verzögert hat.

Der Kärntnerin gefällt der skandinavische Landhausstil, der Winzer hätte es lieber modern und schick, vor allem aber nicht so sehr skandinavisch: „Da ist doch alles nur weiß!“
Die Entscheidung ist dann aber doch recht schnell gefallen. Erstens verursachen Weingärten, Weinkeller und Traktoren immer irgendwie viel Staub und Schmutz, der geheimnisvollerweise immer genau solange unsichtbar am Winzer klebt, bis er das Haus betreten hat, um sich dann schnell und umso sichtbarer dort überall zu verteilen. Verträgt sich ganz schlecht mit schicken neuen Möbeln. Zweiter und nicht unerheblicher Grund sind die Mitbewohner, Schurli und Susi. Die Kärntnerin hat sich mit der Anwesenheit und dem erhöhten Staubsaugerbedarf  der Haus und Hof Mietzer ja gut abgefunden, aber Hochglanzmöbel und Katzenhaare? Teures Ledersofa und Katzenkrallen? Drittens lässt das festgesetzte Budget sowieso keine tollen Designermöbel, sondern nur Veränderungen der alten Möbel per Do-It-Yourself zu.



Und so hat die Kärntnerin beschlossen, wenn schon Land und Landhaus, dann richtig. Der Winzer hat schließlich zugestimmt, hauptsächlich deshalb, weil die Kärntnerin im angedroht hat, dass der Schurli und die Susi sonst das Haus nicht mehr betreten dürfen.

Ein schicker Landhausstil soll es also werden, mit nicht allzu viel weiß, das hat die Kärntnerin dem Winzer aber versprechen müssen.

Und deshalb wurde und wird noch immer  im Winzer-Kärntnerin-Haus jetzt renoviert, gestrichen und lackiert, Boden herausgerissen und verlegt, es staubt und stinkt nach Lack. SCHÖN!

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