Do you love what you do? L & L, Teil 2

Liebe und Leidenschaft war das Thema, nur zur Erinnerung. Von einem manchmal ruhigem und doch wieder aufregendem Leben war die Rede, von Freude und Spaß und schönen Erlebnissen. Von romantischen Kellergassen, unterirdischen Weinkellern, Weingärten soweit das Auge reicht, ein Leben von und mit der Natur. Ein Traumleben also. Naja, nicht immer...

Zurück zum Anfang. Einfach war und ist das Winzerleben meistens dann doch nicht. Begonnen haben der Winzer und die Kärntnerin mit Allem und doch mit Nichts. Die Weingärten waren schon da, mit Liebe gepflegt von den Winzer Eltern.Traktoren und Fässer, Presse und Keller, alles vorhanden. Nicht mehr sehr neu, aber funktionstüchtig. Einiges an Wissen hat der Winzer aus der Schule mitgebracht, und sich mehr im Laufe der Zeit angeeignet. Die Kärntnerin war voller Ideen und Visionen. Große Pläne, große Wünsche. 
Klingt gut, für einen Anfang. Sollte recht einfach werden. Oder?

Die andere Seite der Medaille: Nur eine Hand voll Kunden, kein Geld für Neuerungen oder Marketing, keine ach-so-wichtigen Kontakte, die einem weiterhelfen. Kein bekannter Name und ein Land voll guter bis sehr guter Winzer mit Top Weinen, zu spät dran für das Weinwunder nach dem Weinskandal. Misstrauische Menschen, die nur Weine von bekannten Winzern verkosten, Gastronomie die schon (günstigere, bessere...) Lieferanten hat. Verschlossene Türen, wohin man auch schaut.

Für den Winzer und die Kärntnerin war trotzdem klar: Wir schaffen es. Mit Qualität und Liebe zum Produkt. Neue Flaschen und später auch neue Etiketten mussten her. Messestände, Vinothekbesuche, Verkostungen. Bitten und betteln um Termine, um Möglichkeiten, die Weine präsentieren zu dürfen. Und dabei immer auf das liebe Geld schau'n. Und dann sind da natürlich Frost und Hagel, Trockenheit und Rebkrankheiten und die Sache mit dem Bio, aber dazu ein anderes Mal.

Etiketten Evolution

Nach 2 Jahren waren die beiden am aufgeben. Ernsthaft. Deprimierend, immer das gleiche Lied bekamen die beiden zu hören. "Ja, eure Weine sind gut, aber..." So oft dieses aber. Aber was? "Ihr seid doch noch jung, müsst euch beweisen." Schön und gut. Nur wie die Zeit bis dahin überstehen?
Wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht und im Nebenerwerb die Zeit für die anfallende Arbeit nicht ausreicht, muss man sich Gedanken machen. Weingärten reduzieren und ein Hobby daraus machen? Es war im Gespräch. Der Winzer hat beschlossen: Nein, er will Winzer sein. Ein ganzer, Winzer, kein Freizeit-Winzer, kein ich-mach-nebenbei-ein-bissl-Wein-für-mich-und-meine-Freunde-Weinbauer. Koste es was es wolle. Die Kärntnerin war einverstanden, sie war sowieso immer dafür.
Und dann, die Wein so machen, wie er dem Winzer und der Kärntnerin schmeckt, natürlich jedes Jahr verbessern und tüfteln, aber bei dieser Linie bleiben? Oder sich selbst verraten und Weine machen, wie so viele andere auch, 'normaler' und 'massentauglicher' sind, aber eben sich vielleicht auch leichter verkaufen lassen? NIE!

Nun kehren wir zurück zur Leidenschaft. Da ist sie wieder. Sie hält einen davon ab, alles hinzuschmeissen, gibt Kraft und sie zeigt einem neue Wege auf. Mit Leidenschaft und Liebe ist zu schaffen, was unmöglich scheint. 
Warum sonst hirscht ein Winzer in der Nacht durch die Weingärten? Was sonst treibt ihn dazu, sich nach einem 8-stündigen Arbeitstag am Abend, wenn es zu dieser Jahreszeit schon dunkel wird,  noch für ein paar Stunden in den Keller zu stellen? Was bringt die Kärntnerin dazu, anstatt sich mit der "Frauenarbeit" am Weingut zufrieden zu geben, im Keller mit kaltem Wasser zu 'pritschln' (also sich von oben bis unten beim Waschen der Weinpresse nass zu machen), schwere Schläuche zu schleppen und sonstiges anstrengendes Zeug zu machen, um ihren eigenen Wein zu produzieren? 
Leidenschaft. Wichtig ist dabei nur, zu wissen was man unbedingt will, zu spüren, dass es das richtige ist und alles daran zu setzen es zu erreichen. Sich Fehler einzugestehen und neue Wege zu gehen. 
Und dann, langsam ist ein erstes Ziel in Sicht. Der Weg dahin, nur eben etwas anders, als gedacht.

Dieser 'andere' Weg, der wurde belächelt, oft Köpfe geschüttelt. Keiner hat es gewagt, die beiden und ihre Pläne offen als dumm zu bezeichnen, das (noch) nicht. Langsam hat man sich aber daran gewöhnt, an die zwei Verrückten, mit ihren seltsamen Ansichten und ihre Art, Wein zu machen und sich selbt und diesen zu vermarkten. Und man muss zugeben, hinter vorgehaltener Hand natürlich nur, so ganz blöd haben sie sich doch nicht angestellt. Ein bisschen Erfolg haben sie schon zu verzeichnen. Der Betrieb fängt an, sich auszuzahlen. Ein Ruf eilt ihnen jetzt schon voraus, die Neugierde ist geweckt, immer mehr Besucher sind begeistert. Und immer seltener bekommen der Winzer und die Kärntnerin dieses 'aber' zu hören.

   Zum Schluss, ein paar Dinge zum nachdenken... 

Wie stolz ist man auf Erfolg, wenn er einem einfach so zufliegt, es einfach war?
Oder wenn ma ihn sich erkämpft hat?
Was bist du bereit zu investieren, um glücklich zu sein?
Und liebst du das, was du tust?

Der Winzer und die Kärntnerin freuen sich sehr, sehr über jeden eurer Kommentare, Mails und Nachrichten auf Facebook!

Kommentare:

  1. Ich freue mich, dass Ihr nicht aufgegeben habt und kann mir lebhaft vorstellen, wie schwierig es ist, sich am Anfang auf dem Markt zu behaupten!!! Ich glaube, das ging auch ganz vielen Winzern in Sachsen nach der Wende so...LG Lotta.

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  2. Diese Worte könnten auch aus meiner Feder stammen ....." AAABBBER "" ;-))
    Leidenschaft und immer ein Zeil vor Augen ..auch wenn man belächelt , ja oft sogar bemitleidet wird wenn man Sonn und Feiertag in der Küche steht und Nudeln krendlt !! Irgendwann hab auch ich es geschafft und irgendwann werden auch meine " aber " Sager weniger werden !! Danke für Eure schönen Zeilen !! lg auch von einer Kärntnerin ;-)))

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  3. Es war bestimmt nicht einfach, durchzuhalten... aber Euere Leidenschaft hat sich wohl ausgezahlt! Das finde ich ganz große Klasse!!!!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  4. Hallo ihr beiden!
    Zutiefst bewundere ich solchen Ehrgeiz, solche Leidenschaft, solche Einsatzfreude, solches Risiko, solches Engagement, ...
    Wenn man etwas gefunden hat, für das man alles geben würde und von dem man weiß, DAS IST ES, was ich machen will............ist das nicht Glück???

    Liebes Grüßle von Tanja

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  5. Liebe Kärntnerin,
    die Zeilen sind sehr berührend. Hut ab vor eurem Mut, eurem Ehrgeiz und ich wünsche euch, dass ihr diese Leidenschaft nie verliert!!

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr euren Weg immer weiter gehen könnt, solange ihr wollt & wünsche euch viel Erfolg!

    Die neuen Etiketten gefallen mir, sie haben Pfiff und verstecken aber auch nicht die Tradition!!

    alles Liebe von der Exildrautalerin
    Andrea

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  6. Kärntnerin, Recht HAST DU! Genauso muss es sein, aufgeben...never! Das ist auch, egal bei was, mein Motto! Und hast das geschrieben was ich denke und wie ich handle...mit deinen Worten! Super Post! Und eins muss ich euch mal sagen...Widerstände sind da um gebrochen zu werden...wenn ich euch das sagen darf: ICH BIN ECHT STOLZ AUF EUCH und grüß mir den Winzer...hoffe doch er hat seine fette Erkältungs-Bronchitis hinter sich!
    Und wenn wir bei euch in der Nähe sind, komm ich mit Sicherheit bei euch vorbei...ich liebe Wein sehr und ich meine nicht den aus dem Supermarkt (wobei da so der ein oder andere auch nicht zu verachten ist)! Ich lebe nicht umsonst genau zwischen Mosel, Rhein und Nahe, bis zur Mosel fahr ich 20 Minuten, zum Rhein 20 Minuten und zur Nahe 10 Minuten! Und egal wo...ich habe so meine Lieblingswinzer (klar) aber...die ganz jungen Winzer ...die Jungen Wilden nenne ich sie, haben gigantisch gute Weine...ja ja ich weiß ich bin ne Spritnase (lach). Nein das wurde mir in die Wiege gelegt, meine Familie stammt aus Ungarn und haben alle eigene Weingärten bzw. Weinberge und wunderschöne alte Keller! ;-)
    Ich schicke euch beiden die liebsten Knutschknuddeligstengrüße
    Eure Anke
    PS: Grüße auch an die Fellnase

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  7. Liebe Kärtnerin, lieber Winzer,
    wieder ein wunderschöner Post.
    Ihr sprecht mir auch dieses Mal aus dem Herzen.
    Wenn man ganz ganz fest an seinen Erfolg & seine höchsteigene
    Idee glaubt, schafft man es auch, egal wieviele Steine es zu
    überwinden gibt.
    Besonders schön an Eurer "Geschichte" finde ich, dass Ihr zwei
    zusammen diese Idee GEMEINSAM mit viel Energie, Liebe und Glaube
    verwirklicht. Auch wenn es oft sicherlich nicht einfach war/ist.
    Leider hatte ich nicht soviel Glück, mit dem "gemeinsam".
    Aber egal, auch allein - mit Unterstützung der an mich glaubenden Eltern - geht es bergauf.
    Wünsche Euch von ganzem Herzen viel Erfolg, weiterhin tolle Ideen, wunderbare Ernten und ganz viel Liebe.
    Bis bald.
    Eure Claudia

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  8. Halli-hallo, ich habe jetzt auch eure facebookseite besucht, ihr macht das sicher gut so, wie ihr das macht. Was nach meinen Verständnis noch fehlt ist eine richtige Homepage mit eurem Weinagenbot, aber wie ich sehe, ist diese auch in Arbeit.
    Liebe Grüsse aus dem Salzkammergut

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  9. Wow...sehr schöner Post der Euch uns auch etwas näher bringt.
    Ich wünsche Euch viel Erfolg, bin sicher Ihr werdet ihn haben.

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  10. Was für eine tolle Geschichte und gegen Ende hatte ich ja fast Tränen in den Augen - gedrückt hat es mich schon!
    Ich wünsche euch alles alles Gute und noch genügend Kraft! Toll!!!
    lieben Gruß
    Sabine

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  11. Nur was man mit Leidenschaft macht, macht man auch gut - das gibt für alle Bereiche des Lebens. Und "against all odds" ist der Erfolg 1.000 Mal mehr wert und man freut sich noch viel mehr drüber, als wenn einem alles in den Schoß fällt. Es ist schön, dass Ihr das was Ihr tut mit Leidenschaft tut - bestimmt schmeckt man das auch am Wein. :-)

    Die Blätter habe ich übrigens ein paar Tage zwischen Küchenpapier und Büchern gepresst und getrocknet, sonst würden sie sich einrollern. Würde mit Weinlaub bestimmt auch schön aussehen.

    Herzlich, Katja

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  12. Dieses "Aber", liebe Kärntnerin, ja, das kenne ich, das sitzt auf so mancher Schulter und bremst aus, lugt um Ecken und entzieht Energie. Das habt ihr schon ganz richtig gemacht, dass ihr euer "Aber" mit eurer Leidenschaft bekämpft habt. Qualität und Liebe zahlen sich aus, es dauert zuweilen nur etwas länger.
    Aus Stuttgart grüßt die Landfrau Birgit

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  13. Toll geschrieben - ich wünsch euch viel Erfolg. Bei soviel Leidenschaft und Ausdauer kann das nur gut kommen! :-)

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  14. Vielen Dank für diesen sehr interessanten Post! Auch ich wünsche Euch ganz viel Erfolg und die nötige Ausdauer.
    Vielen Dank auch für den so lieben Kommentar auf meinem Blog.
    Viel Sonnenschein und alles Liebe wünscht Euch Yvonne

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  15. Hallo,
    gerade bin ich durch einen anderen Blog hier gelandet, weil ich den Namen sehr interessant fand und bin begeistert. Ihr kämpft wirklich für euren Traum und habt ihn nicht gleich bei den ersten Schwierigkeiten aufgeben. Hut ab! Ich wünsche euch ganz viel Erfolg!!!
    Herzliche Grüße
    Rosaline

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  16. Ach, du hast sooo toll geschrieben. Mann, das heißt schon was, solch eine Durststrecke zu überstehen. Wie oft wart Ihr wohl abends so richtig verszweifelt, um am nächsten Morgen dann doch wieder hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Wenn es an die finanzielle Substanz geht, lässt es sich schwer durchhalten, ich weiß das. Nur mit wahrer Leidenschaft schafft man das! Ich freue mich sehr für Euch, dass es aufwärts geht :-)
    Ganz liebe Grüße von
    Barbara :-)

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  17. Wow ! Ein Riesenkompliment an euch Beide! Ihr seid ja so was toll! Und es stimmt Alles was zu geschrieben hast. Weisst du was? Meinenm M. geht es heute noch genau so mit seiner Firma. Aber er hat eben auch die zwei L !
    Gute Weiterfahrt und viel Erfolg wünsche ich euch Beiden!!!
    GLG Barbara

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  18. ...irgendwie bin ich auf deinem Blog gelandet und bin begeistert!
    Alles Gute für eure Zukunft und ich denke, ihr seid auf dem richtigen Weg!!
    LG, Claudia

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  19. was man gerne macht, man auch gut! so stellt sich der erfolg ganz von alleine ein :-) bravo!

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