Ein schöner, verregneter Regen-Tee-Weltbrottag

 Nach dem kleinen leidenschaftlichen Beitrag von gestern, sollte ja erst einmal noch ein Tag vergehen, bis zur Fortsetzung.


Aber dieser Tag, der fordert einen kleinen Einschub. Regentag-Special. Warum? Das Weinviertel, besonders der Teil, in dem der Winzer und die Kärntnerin zuhause sind, zählt zu den trockensten Regionen Österreichs, in diesem Jahr war es wohl eindeutig die trockenste. Wenn es überall schüttet, in Pillersdorf fällt kein Tröpfchen vom Himmel. Der Wetterbericht sagt es voraus und meistens doch NICHTS. Die Weingärten sind durstig, der Garten muss ständig gegossen werden, nicht einmal das Unkraut hat genügend Wasser zu wachsen. So ein Regentag, wenn er dann endlich einmal da ist, muss also zelebriert werden.


Also, die Kärntnerin staubt die Teekanne ab holt die Teekanne aus der Kredenz, zündet ein Kerzal an und zieht sich warme Socken an und macht sich bereit das Geplätscher draußen zu genießen und es sich mit Laptop und Tee am Esstisch gemütlich zu machen. Der Johnny ringelt sich zufrieden am Sessel daneben ein und stellt den Motor an. Ein Tag um im Haus zu bleiben. Herrlich.


Doch dann sind keine Erdäpfel mehr im Haus, ein Kürbis sollte geerntet werden und die Schweinerei (3mal Meerschweinchen, wer das noch nicht weiss) quietscht sich die Seele aus dem Leib nach etwas saftig Grünem. 


Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Schon einmal gehört? Die Kärntnerin kann solche Weisheiten nicht ausstehen, ganz Sturkopf braucht sie das doch nicht und verlässt das Haus meist doch in der Kleidung, die auch bei Sonnenschein reichen muss. Heute nimmt sie den Spruch aber endlich einmal ernst, schlüpft in Regenjacke, -hose und Gummistiefel und ab in den Garten. Und siehe da, das Leben ist so einfach, wenn man sich an weise Sprüche hält. Warm und trocken endet der Ausflug durchs kalte Nass und macht (ja ehrlich) Spaß!

Wieder in der warmen Stube wird der Weltbrottag begangen. Die Kärntnerin hört den Ruf *klick* des Brotes und bäckt. Das "richtige" Brot überlässt sie denen, die das besser können, mehr Geduld haben und einen besseren Ofen. Aber dieses Ruck-Zuck-Brot mit Käse und Rosmarin gelingt sogar den Ungeduldigen und hat deshalb schon lange im Rezeptbuch eine Seite gefüllt. Es schmeckt besonders warm sehr gut, zu einem Glasal Wein zum Beispiel, augenzwinker..
Oder kann zu einem Aufstrich (Liptauer!) gereicht werden.

 Ruck Zuck Rosmarin Käse Brot

 

300g Weizenmehl
100g Butter
1 TL Salz
2 TL Backpulver
100g Bergkäse (oder mehr, nach Geschmack)
2 Eier
1/8l Milch (eventuell weniger bei großen Eiern)
1EL Rosmarin


Alle trockenen Zutaten mit der Butter verkneten, dann die Eier und zum Schluss die Milch unterrühren, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Teilen und 2 kleine Laibe formen. Im Backofen auf 250 °C vorheizen, 5 min backen, dann Hitze reduzieren und bei 200 Grad weiter 25 Minuten goldbraun backen.

P.s.: Das hält im Winzerhaus nicht lange, die Kärntnerin hat es noch heiss gefuttert (deshalb auch erst später das verwackelte Foto bemerkt, aber da war nichts mehr da, für ein neues Foto), dem Rest wird der Winzer beim Heimkommen den Garaus machen. Aber frisch schmeckt es am besten und bei der schnellen Zubereitung zahlt sich auf Vorrat backen auch nicht aus.