Bitte nicht neidisch werden...

Er geht weiter, der Rundgang durch das Winzerhaus. 
Der Winzer und die Kärntnerin zeigen heute: das Badezimmer.




Also, bitte, bitte niemand muss hier neidisch werden. Ja die Fliesen sind einfach ein Traum, diese Farbe, dieses Muster, mit Seltenheitswert, heutzutage nicht mehr zu bekommen. Der schmale lange Raum hat etwas Spezielles, fast Mystisches, dieses Halbdunkel, mit winzig kleinem Fenster...


Okay, okay, ertappt. KEIN Traumbadezimmer. Keine private Wellnessoase, nicht einmal irgendwie gemütlich. Für die Kärntnerin fast noch schlimmer als die dottergelbe Küche, sie badet nämlich fast noch lieber, als sie kocht. Und in diesem Bad wird nur schnell geduscht und wieder raus. Schminken geht auch nicht, zu wenig Licht. Und sowieso und überhaupt, es erfüllt seinen Zweck, aber überall in den Zeitschriften und Blogs, diese schönen Bäder, so schön dekoriert...
So schnell wie möglich soll das Bad also weichen und ein wunderschönes, gemütliches Wohlfühlbadezimmer soll einziehen. So weit so gut. Die Probleme dabei sind die gleichen wie bei der Küche: wohin genau mit dem Badezimmer bzw. wie diesen Raum besser nutzen und wie bezahlen? Und nur die Fliesen ersetzen bringt Horrorvorstellung vom Stemmen und Schmutz und Staub und Fliesenleger im Haus ...


DIY, wieder einmal


Also, wenig Aufwand, möglichst geringe Investition, maximale Veränderung schwebt der Kärntnerin vor. Selbst machen. Vielleicht hilft ja Deko? Möglicherweise kann man die Fliesen mit irgendetwas tarnen? Mit Regalen zustellen? Geht das? 

Wie schon bei der Küche hilft auch das Internet.

Nach einigen, wenig erbauenden Möglichkeiten, Lösung in Sicht. Angeblich gibt es da diesen Fliesenlack, da kann man alte Fliesen ganz leicht aufbessern. BEGEISTERUNG bei der Kärntnerin. Mit ein bisschen Lack zum neuen Badezimmer? Auch die Bedenken, die zu lesen sind (sieht sicher 'angemalt' aus, hält nicht lange, deckt bei dunklen Fliesen nicht... usw.) halten die Kärntnerin nicht davon ab, es sofort im Baumarkt zu versuchen. Liegt es an der Kleinstadt, oder am besuchten Geschäft? Na jedenfalls verdattertes Gesicht beim Verkäufer. Fliesenlack? Nein so was haben wir nicht. Auch sonst nirgendwo zu bekommen. 
Zurück zum Computer. Also, eine Firma gefunden, die so etwas herstellt. Da braucht man eben diesen Fliesenlack, eine Grundierung, einen Überlack, Anlauger. Hui aufwendig und doch nicht ganz so günstig die Sache. Weitersuchen. Und kurze Zeit später. Gefunden, bei Amazon. Alles-in-einem-Fliesenlack der Firma Wilckens. Leichte Anwendung und preiswert! Ob das was sein kann, ist natürlich die Frage, aber die Kärntnerin MUSS es versuchen, schlimmer kann es ja schließlich kaum werden. 
Bestellt und losgelegt. 

So einfach, wie man es sich nur machen kann...

  1. Fliesen gründlich reinigen (Essigreiniger) 
  2.  trocknen lassen 
  3.  lackieren(mit Schaumstoffrolle)
  4. 24 Stunden trocknen lassen und noch einmal lackieren wenn notwendig (bei den dunklen Fliesen eindeutig JA) 
  5.  FERTIG
die Hälfte ist geschafft


Der Fußbodenfliesen haben ihre alte Farbe behalten dürfen. Nach Herstellerangaben eignet sich der Lack nicht für Bodenfliesen und außerdem, so ein bisschen Kontrast schadet dann ja auch nicht.

Endergebnis: Der Lack hält super und die Fliesen sehen aus, wie genau so gekauft. Für den Preis von rund Euro 70,- und dem Arbeitseinsatz von 2 Tagen ein mehr als überzeugendes Ergebnis. 



Natürlich haben der Winzer und die Kärntnerin dann doch noch etwas mehr Geld ausgeben müssen, also eigentlich unbedingt wollen. Für neue Einrichtung. Die nicht so schöne Dusche, ist durch das große Regal etwas mehr verdeckt, ein großer Spiegel und helles Licht ändern das Erscheinungsbild gleich auch komplett.
Ein wirklich neues Badezimmer soll irgendwann einmal dann doch noch gemacht werden. Aber bis dahin ist es jetzt ein Bad, in dem man sich doch nicht mehr so ungern aufhält, ja es ist beinahe ein bisschen zum Wohlfühlbadezimmer geworden. Und weil es selbstgemacht ist, mag es die Kärntnerin auch gleich noch viel lieber. Und sie freut sich jedes mal wie ein kleines Kind, wenn der Besuch ganz erstaunt fragt: "Wirklich, die sind selbst lackiert die Fliesen????"
Sie bräuchte dann nur die hässliche Ecke neben der Dusche herzeigen, wo ihr der Lack unter das Klebeband auf den Boden geronnen ist (und sich nicht mehr entfernen lässt), dann würde ihr der Besuch das sofort glauben, das mit dem selbst lackieren. 
Aber wer wird so etwas schon herzeigen...