Ein bisschen Stolz und ein unliebsamer Freund


 

Ein spezieller Freund


Da war er noch einmal. Jetzt ist er wieder weg. Hat aber schon angekündigt, er lässt sich bald wieder blicken. Spätestens, wenn die Weinlese losgeht will er wieder da sein. Da ist er nämlich immer dabei, jedes Jahr.
Der Winzer und die Kärntnerin haben ihn eigentlich gar nicht eingeladen, trotzdem hat er es sich nicht nehmen lassen dabei zu sein, bei der letzten Offenen Kellertür der Saison, beim KellergassenKult...- der Herr Stress.

Und weil der liebe Herr Stress den Winzer und die Kärntnerin mit seiner Anwesenheit beehrt hat, ist die Kärntnerin gar nicht zum bloggen gekommen und der Winzer hat noch gar keine Zeit gehabt, sich und seinen Keller auf die bevorstehende Lese vorzubereiten.
Glücklicherweise ist jetzt wieder Ruhe eingekehrt. Es ist kühler geworden und es regnet etwas. Das mag er nicht der Herr Stress, wenn er nicht raus kann, in die Weingärten, in die Kellergasse und deshalb hat er sich verzogen.

Sehnsüchtig erwartet


Trotz Stressbesuch hat die Kärntnerin immer wieder daran gedacht. Wann sie endlich in der Post sein wird, diese Zeitschrift. Noch nie hat sie darauf gewartet. Aber diesmal ist etwas anders. Diesmal ist da nämlich ein Artikel drinnen. Ein Artikel von der Kärntnerin.

Und dann ist sie gekommen, die Zeitschrift. Gleich auf Seite 11 hat sie die Kolumne gefunden und die Kärntnerin ist sehr, sehr, zum platzen, unglaublich ein bisschen stolz. 
Ihre Kolumne in einer Zeitung. Jaja, jetzt nicht lachen. Andere BloggerInnen schreiben Bücher, sind im Fernsehen, Berichte von ihnen oder über sie erscheinen in angesehenen Magazinen. Ständig.
Die Wein4tlerin erscheint dazu auch 'nur' 4 mal im Jahr und nur im Weinviertel... 



Nichts besonderes, oder?
Doch!!!! Gedruckt, der eigene Text, und im Handel erhältlich. Wow.

Mit dem Ende der Kellergassensaison und dem Erscheinen der Herbst-Wein4tlerin neigt sich ein schöner, heißer und aufregender Sommer dem Ende zu. Die letzten Sommerblumen müssen ins Haus um noch schnell etwas sommerliches Flair zu verbreiten, eine Kerze erhellt den trüben Tag. Und Winzer & Kärntnerin schnaufen noch einmal fest durch und stellen sich auf die Weinlese ein und auf den Hauptbesuch des unliebsamen Gastes...


Ich hab's dir doch gesagt!

 
Die Kärntnerin mag eigentlich keine Katzen. Hat sie zumindest immer gedacht. Da die Susi, Katzenhausherrin im Winzerhaus, das aber nicht weiß, dass die Kärntnerin sie nicht mag, hat sie sich nicht davon abhalten lassen, die Kärntnerin zu umschmeicheln, ihr manchmal auf Schritt und Tritt zu folgen um ihr mit unwiderstehlichem Ich-hab-dich-ja-so-lieb-Katzenblick etwas Fressbares abzubetteln. So nach und nach hat sich die dreifärbige Glückskatze damit ins Herz der Kärntnerin geschlichen.
Alles und überall hin darf aber nicht einmal die Susi, auch nicht seit sie das Herz der Kärntnerin erobert hat. Die Kärntnerin hat da nämlich ihre Prinzipien, die da lauten: Keine Katzen am (neuen) Sofa und keine Katzen im Schlafzimmer, vor allem nicht im Bett. Und dagegen haben nicht einmal die treuherzigen Susiaugen etwas ausrichten können. 

 
„Mit einer jungen Katze wird das sicher anders“, prophezeit der Winzer.
„Sicher nicht“, antwortet die Kärntnerin.
Sie hat ja schließlich ihre Prinzipien und ist da beinhart!
Des Winzers großer roter Schmusetiger, der Schurli, hat leider im Frühjahr das zeitliche gesegnet und für den Winzer war deshalb klar, Ersatz muss her, früher oder später.
Früher ist es dann geworden...


Und dann war sie da, die kleine Katze. Und natürlich schläft sie nicht im Bett oder am Sofa, zumindest nicht am ersten Tag, aber dann am 2.

Jaja…
Der kleiner Racker hat nicht nur die Susi über, die zwar mordsmäßig eifersüchtig ist und ständig pfaucht, ihm dann aber doch immer wieder eine Maus vor die Tatzen legt.  Den Winzer ja sowieso, nein der trickst sogar die Kärntnerin aus.
Rein ins Bett, Motor angestellt und das Babyface erledigt den Rest.


Die Wirkung des süßen Katzenkindes hat die Kärntnerin unterschätzt, arg unterschätzt.

Und der Winzer, der lacht sich ins Fäustchen?  "Ich hab’s dir doch…"

Zucchini 3erlei und ein Grund zu feiern



Arthurs Tochter feiert und weil sie gerne teilt, beschenkt sie alle die mitfeiern. Naja zumindest werden Geschenke unter denjenigen verlost, die mitfeiern. Geschenkt darf fast alles werden, es muss nur etwas damit zu tun haben. Mit der Zahl Drei.
3erlei hat sie zu feiern, ihre Freude teilt sie gerne, das wurde in ihrer Familie schon immer zelebriert und als Geschenk wünscht sie sich, wie könnte es anders sein, Rezepte.

Die Kärntnerin findet die Idee wunderbar.
1. kommt ihr diese Art des Teilens sehr bekannt vor. Genau wie bei Arthurs Tochter, haben Kärntnerin und Schwester als Kinder zum jeweilig anderen Geburtstag selbst immer ein kleines Geschenk bekommen,
2. kommt ein Grund zu feiern immer wie gerufen,
3. ist die Kärntnerin auch einfach ein bisschen eigennützig es gibt nämlich suuuuuper Sachen zu gewinnen.
Ausgesucht hat sie sich als Geschenk 3erlei Zucchini.
1. weil sie gerade Hochsaison haben und so schön sind,
2. weil es das Lieblingssommergemüse der Kärntnerin ist,
3. weil 3 verkochbare Zucchinisorten/-teile im Garten der Kärntnerin wachsen. 1. Grüne Zucchini, 2. Gelbe Zucchini, 3. Zucchiniblüten

    Zucchini 3erlei:

 

Zucchini-Ei-Dip, Zucchini Bruschetta

und gefüllte Zucchini Blüten im Weinbackteig



Man nehme: 2 kleinere Zucchini, gelb und grün und eine Hand voll Zucchiniblüten Größere Zucchini halbieren und die Kerne entfernen.

1 Ei und einen Dotter in einer Schüssel aufschlagen, salzen und pfeffern. In einer heißen Pfanne stocken lassen, abkühlen lassen. 1 geraspelte Zucchini und Frühlingszwieberln in Ringe schneiden und in etwas Olivenöl dünsten, bis die gesamte Flüssigkeit verdampft ist. Ebenfalls abkühlen lassen. Einen kleinen Teil (1-2EL) der Zucchinimasse zurückbehalten, den Rest mit einem Ei mit einem EL Crème fraîche und frisch gehacktem Schnittlauch und eventuell einer kleinen, gehackten Chili verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ciabatta in mundgerechte Scheiben schneiden, mit Olivenöl beträufeln und im Ofen knusprig braun werden lassen. Zucchini in dünne Scheiben schneiden und in Olivenöl anrösten, Knoblauchzehe in Scheibchen schneiden, dazugeben und kurz mitdünsten. Mit 1/16L Balsamico ablöschen und kurz dünsten lassen. Recht kräftig salzen, pfeffern. In Streifen geschnittenen Basilikum unterrühren und lauwarm auf Ciabatta servieren.

1/10L Weisswein, 120g Mehl und 3 EL Olivenöl verrühren, kräftig salzen und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Danach 1 geschlagenes Eiweiß vorsichtig unter den Teig rühren. Die Blütenstempel aus den Zucchiniblüten schneiden.  Ziegenkäse mit einem Ei, der zurückbehaltenen Zuchinimasse, etwas geriebener Muskatnuss, Salz und Pfeffer verrühren. Zucchiniblüten damit füllen, Enden zusammendrücken.
Die Blüten durch den Backteig ziehen und in heißem Pflanzenöl goldbraun backen.


Die Kärntnerin ist gerade beim kochen, da schaut die Winzer-Schwester vorbei und holt sich ZUCHINI, für einen Kuchen. Und da war klar, ein kleines Zucchini-Dreierlei-Dessert geht auch noch. Ein gelber und ein grüner Zucchini sind in den Kuchen gewandert, eine Zucchiniblüte, halb in Kuvertüre getunkt, ziert den Zucchini-Schoko-Kuchen. Das Rezept dazu hat sich die Kärntnerin hier ausgeborgt, ganz genauso gebacken und verzichtet deshalb darauf, es noch einmal niederzuschreiben.


So, hiermit wünschen Winzer und Kärntnerin der Astrid alles, alles Gute und machen eine Flasche Wein auf, zum anstoßen!  PROST & Guten Appetit!

P.S.:  Das Beste an dieser Art von Geschenken ist, dass der Winzer und die Kärntnerin alles selbst verdrücken durften ;)

Ein altes Haus, ein passender Tisch und 18 Wochen später




Letztes Jahr haben der Winzer und die Kärntnerin ja ihr eigenes kleines Heim bekommen. 
Warum ist für alle, die nicht ständig am Laufenden sind, hier nachzulesen. 

Also, wir wissen jetzt schon, das Haus ist alt. Teile davon sehr, manche weniger. Beim Renovierungsstart sind die beiden gleich einmal auf ein paar hübsche Dinge gestoßen: Schimmel hinter alten Kästen, feuchte Wände, uralte übereinander gelegte Bodenbelege usw…   
Nichtsdestotrotz wurde mit Feuereifer losgelegt und das zukünftige Esszimmer, in mühevoller Kleinstarbeit, vom alten Bodenbelag befreit.
Der Winzer hat sich übrigens sagen lassen, das wäre immer so eine sch… Arbeit, konnte das aber gar nicht glauben. Dann die Wände trocken gelegt und mit Schimmelvernichter bearbeitet und nach neuem Anstrich folgte ein neuer Boden... Wie erwartet keine leichte Sache zwischen Winzer und Kärntnerin, harte Verhandlungen mussten geführt werden. Und dabei haben die beiden vielleicht sogar etwas für die Zunft gelernt. Und zwar folgendes:

Kompromiss

Substantiv m,n

   Bedeutungen:
[1] Vereinbarung, bei der alle Beteiligten einige Aspekte ihrer Vorstellungen aufgegeben haben, um zu einer Entscheidung zu kommen

War den beiden nicht klar, dass es so etwas gibt (2 Sturköpfe).
Sobald der Kompromiss also geschlossen, der Boden verlegt und der Raum wieder bewohnbar war, haben sich die beiden Gedanken über die Einrichtung gemacht. Ein Esszimmer verlangt natürlich einen Esstisch. Also wurden die üblichen Verdächtigen durchsucht, Möbelhäuser natürlich. 
Wie erwartet eine noch schwierigere Sache und so sind die beiden gar nicht fündig geworden. Letzter Ausweg, Internetsuche. Und siehe da ein Wunder!!! Die Kärntnerin hat ihn gefunden, den Tisch und der Winzer ist sofort einverstanden. Perfekt! Nur Stühle, gibt es leider keine dazu. Aber das, ist eine andere Geschichte…


Erst beim bestellen gemerkt: Lieferzeit 12 Wochen. Nun ja, das macht die beiden nicht gerade happy, aber wenn es sich um den perfekten Tisch dreht, dann wird eben gewartet. Die Bestellbestätigung oh, es kommt noch besser: Lieferzeit 18 Wochen. Fazit Tisch im Winter  bestellt, im Sommer endlich bekommen. 



Aber jetzt ist er da und die Kärntnerin packt gleich einmal ein paar Teller drauf und Gläser und Lavendel und Servietten und dekoriert mit noch ein paar anderen Sachen. Einen leeren Tisch kann man ja schließlich nicht herzeigen.