Ordnung soll sein




Die Ordnungsliebe hat die Kärntnerin gepackt. Es wird verräumt, umgefüllt, beschriftet und gedruckt bis die Köpfe rauchen, oder bis die ruhige Mittagszeit herum ist und die Kärntnerin wieder anderen Pflichten nachkommen muss. 
Die Speis ist gerade dran und die meisten Lebensmittel werden in Schraub-, Rex- und andere Gläser oder hübsche Dosen verpackt. Neu sortiert. Und beschriftet.



 Die umfangreiche Gewürzsammlung macht es sich schon lang in verschiedensten Gläschen bequem. Die händische Beschriftung mit diversen wasserfesten Stiften ist der Kärntnerin aber schon länger ein Dorn im Auge. So irgendwie einheitliche und doch unterschiedliche, hübsche Etiketten, passend zu WinzerlandhausSpeisundKüche schweben der Kärntnerin vor. Und schwubs, das ist es geworden.




Die Etiketten hat sie druckfertig über Pinterest gefunden, sie müssen nur mehr angepasst und beschriftet werden. Zu finden sind sie hier: Klick


Und weil sie gerade dabei ist, gibt es auch eine Vorschau auf die neue Etikettenlinie, bei den Kleinigkeiten aus dem Glas.



Hier handelt es sich nicht um Vordrucke aus dem Netz, sondern wirklich um selbst entworfene Etiketten der Kärntnerin. Und darauf ist sie ein bissl stolz, weil im Umgang mit Grafikprogrammen, da ist sie, gelinde gesagt, ein ziemliches Oamutschgal (österr. für 'Mensch der bemitleidet wird, weil er sich nicht auskennt). Die Ideen sind da, an der Ausführung hapert es meistens. Aber diesmal hat sie das doch recht gut hinbekommen, die Kärntnerin.



Unfotogener Reis und warum sich deshalb jemand kräftig ärgern muss



Reis ist unfotogen, jawohl! Vor allem wenn er als Risotto daherkommt. 
Warum? Aaaaaalsoooooo: Am Schluss dieses Beitrags im JULI wurde es schon angekündigt, DAS Ofenrisotto, von Donna Hay. Die Kärntnerin hat es vor ca 2 Jahren entdeckt, verändert, wieder zurück geändert, wieder abgeändert. In verschiedenen Varianten getestet und es ist schnell zum Liebligsrezept für IchhabheutkeineZeitlangamHerdzustehenwillabereinsuperEssenauftischenTage geworden. Im Sommer hat es der Winzer extra 3mal hintereinander vorgesetzt bekommen. Der Blogbeitrag war schon (fast) fertig geschrieben es fehlte nur noch eines: Das Foto. Aber irgendwie war es immer das Gleiche, ein farblose Foto, wie ein Häufchen Elend sah es aus das Risotto, auch Kräuter und Gemüse haben nicht geholfen um einfach nur eines, ein einziges ins Fotokastl zu bekommen. Ein wirklich schönes Risottofoto. 

Das 'beste' der nicht so schönen Fotos, von dem unfotogenen Risotto

Und so hat die Kärntnerin gewartet und gewartet. Auf die nächste Möglichkeit wieder Risotto aufzutischen, doch noch ein Foto zu bekommen um eines ihrer Lieblingsrezepte der Kategorie 'Einfaches, zeitsparendes und doch raffiniertes Essen' vorstellen zu können. Gut, über so schlechte Fotos kann man sich schon ärgern. Aber noch viel mehr ärgert sich die Kärntnerin darüber, dass ihr (natürlich) jetzt jemand zuvor gekommen ist. Und nicht nur irgendjemand, sondern ausgerechnet auch noch die Frau Ziii. Die, die immer super Rezepte hat, die schönsten Geschichten dazu erzählt und ja genau, natürlich auch immer noch wunderbare Fotos präsentiert. In den Hintern beißen hätte sich die Kärntnerin können, als sie den Beitrag auf dem Blog der Frau Ziii entdeckt hat. Natürlich ist der Frau Ziii ihr Risotto auch noch äußerst fotogen. Und jetzt? Jetzt sieht es doch nur mehr abgekupfert aus, wenn die Kärntnerin jetzt doch noch das Risotto vorstellt. Schon allein deshalb, weil sie in letzter Zeit das eine oder andere Mal schon verlautbaren hat lassen, dass sie gerne bei der Frau Ziii vorbeischaut.
So, um sich wieder zu beruhigen stiefelt die Kärntnerin deshalb in den Keller, puddelt eine rote und eine gelbe Rübe aus dem Sand aus und kocht ein Rezept, das sie auf einem anderen Blog gesehen hat. Sei es drum. Soll es heißen, die hat keine eigenen Ideen. Auch wurscht. Hauptsache es schmeckt. Ihr und dem Winzer. Die Rüben kommen in den Schnellkochtopf, für 30 Minuten. Sie schält währenddessen eine Zwiebel, würfelt sie und natürlich laufen jetzt ein paar Tränchen. Das hat jetzt aber wirklich nix mit dem Risotto von der Frau Ziii zu tun. Ehrenwort! Ist nur die böse Zwiebel. Dann eine Knoblauchzehe, oder besser gleich zwei. In Scheiben schneiden. Alles anschwitzen in ein bissl Olivenöl. Speckwürfel dazu und durchrösten. Sie löscht mit Balsamico ab, gibt den Saft einer halben Zitrone dazu und schmeckt mit Salz, Pfeffer und etwas Senf ab. MMMMMhhhhhhh.
Der Winzer spaziert durch die Küche, hat das grinsende Winzerkind am Arm und will wissen, was es zu Essen gibt. Hm also eigentlich, über was hat sie sich noch einmal geärgert? Fröhlich und beschwingt (und das ganz ohne Wein, schließlich trinkt das Winzerkind ja mit) küsst sie beide und schält dann die noch warmen Rüben. Schneidet sie in nicht zu dünne Scheiben, verteilt sie auf zwei Teller und freut sich über die schönen roten und gelben Ringel. Den größten Teil der Speckmarinade verteilt sie auf den Rohnenscheiben, einen Teil behält sie zurück und lässt ihn auskühlen. Die Marinade braucht sie noch für den Salat, der oben auf die Rhonen draufkommt. Asia Salat 'Green in Snow', Japanischer Senfkohl und Spinat wachsen noch im Garten und warten schon auf ihren Einsatz.
Im Kühlschrank war auch noch ein Päckchen Halloumi. Eigentlich passt er besser in den Sommer, aber warum auch nicht zu diesem Herbstsalat? Er ist schnell goldbraun gebraten und vervollständigt das Gericht. So, jetzt schnell ein Foto machen. Die Kärntnerin holt die Kamera, klick Foto gemacht. Licht nicht perfekt, Foto nicht perfekt. Egal, jetzt aber schnell, der Winzer hat Hunger...


Einkaufsliste: Rohnensalat mit Speck und Balsamico
 für 2 Personen

2 etwa faustgroße rote (oder gelbe) Rüben
100g Speck
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
3EL Balsamicoessig
Olivenöl
1TL Senf
Saft einer halben Zitrone
Pflücksalat, junger Spinat oder Rucola

~*~

Nachgekochtes am Sonntag und leuchtender Herbst

Es ist wie verhext, kaum setzt sich die Kärntnerin hin, um am Computer etwas zu schreiben, oder ein paar schöne Bilder herzuzeigen, schon fängt das sonst brave Winzerkind an, sich zu beschweren. Die Konzentration der Kärntnerin sinkt damit in kürzester Zeit auf den Nullpunkt. So sind die Kärntnerin und das Winzerkind in diesem Herbst viel draußen gewesen, haben die Pracht genossen und erst jetzt wird der Herbst im Weinviertel nachgereicht:

 
Schon ganze 3 Monate bringt das Winzerlein die Welt im Winzerhaus ordentlich drunter und drüber, wie schnell doch die Zeit vergeht. Die Weinlese ist abgeschlossen und nur noch ein paar Reste an Trauben finden sich in den gelb, rot und orange leuchtenden Weingärten. 

Jedes Jahr ist anders, jede Weinlese, jeder Herbst. Dieser hat nicht an Farben gespart und den Winzer und die Kärntnerin sehr lange mit bunten Blättern erfreut. Erst jetzt, schon fast Mitte November lichtet der Frost den Blätterwald.



Drinnen wird es derweil wieder gemütlich und da wieder etwas mehr Zeit für ein ausgedehntes sonntägliches Frühstück (wie der/die treue Leser/in weiß, eine Leidenschaft im Winzerhaus) bleibt,  hat die Kärntnerin die Chance gleich genutzt und etwas nachgekocht. Shakshuka, das Rezept hat die Kärntnerin wieder einmal bei der Frau Ziii gefunden. Dort stöbert die Kärntnerin immer nach neuen Ideen, die ausgezeichneten Croque Madame sind auch schon auf den Frühstücktisch gekommen. 
Wie immer war nicht alles im Haus, anderes wollte verkocht werden und so wurde das Rezept etwas abgewandelt. Porree war übrig, dafür hat die Kärntnerin keine Zwiebel verwendet. Koriander war keiner da und wer genau schaut, der bemerkt, für den Winzer haben sich ein paar knusprige Scheiben Speck dazu geschummelt.


Kärntnerin und Winzer waren gleichermaßen begeistert vom Ergebnis und die Kärntnerin hat ihre Fühler schon nach einem weiterem neuem Rezept für ein abwechslungsreiches Frühstück ausgestreckt. Wer hier behilflich sein kann, darf das gern in einem Kommentar tun.



























P.S.: Alle Kolumnen der Kärntnerin in der Wein4tlerin gibt es jetzt online nachzulesen und zwar hier *KLICK*