Das Tafeln und der Schmortopf


Tafeln im Weinviertel, Kellergasse Pillersdorf

Während die Kärntnerin noch in Erinnerungen an einen wunderbaren Sommerabend schwelgt, ist er plötzlich da. Der Herbst, mitten im Sommer. 

So ein kühler Regentag muss genutzt werden und so holt die Kärntnerin ihren Schmortopf aus dem Regal und packt ihn voll. So richtig. Bis nichts mehr reinpasst. Zuerst wird dafür 1kg Zwiebel geschält und in Scheiben geschnitten. Das dauert, aber heute ist ja Zeit. Auch Zeit, das Ereignis des Sommers Revue passieren zu lassen: Tafeln im Weinviertel.

Eine Kellergasse, 
eine weiß gedeckte Tafel. 
Ein Spitzenkoch, 
3 Weingüter, 
60 Gäste.

Tafel mitten in der Kellergasse
Ein lauer Abend, 
5 Gänge,
9 sorgfältig ausgewählte Weine.

Ausgebuchte Veranstaltung, voller Erfolg

Ein bunt gemischtes, gut gelauntes Publikum. Gute Stimmung, schöne Gespräche, musikalisch schön begleitet.

Hauptgang - rosagebratenes Schweinderl auf Schwammerlrisotto

Aufgekocht hat Haubenkoch Julius Polak vom Retzer Weinschlössl, seine Frau Patricia mit ihrem Team die Gäste verwöhnt. Das Wetter hat es mit der lustigen Runde doch noch gut gemeint, der Regen hat sich frühzeitig verzogen, einem warmen Abend und sogar einigen Sonnenstrahlen Platz gemacht.


Man hat sich gut amüsiert und in der romantisch ausgeleuchteten Kellergasse den Abend gemütlich ausklingen lassen. 
Da kann man schon ein bissl stolz sein, findet die Kärntnerin. Auf so eine gelungene Veranstaltung. Und die tollen Bilder, die der Schwager davon gemacht hat!


Also es muss ja nicht so heiß sein, aber ein bissl länger hätte der Sommer jetzt schon dauern können. Aber beschweren tut sich ja keiner. Das Wetter hat es mit den Tafelgästen so gut gemeint, da nimmt man dann das kühle Herbstwetter gern in Kauf. Vor allem, wenn es schon wieder etwas Gutes zu essen gibt. Keine 5 Gänge, nicht vom Spitzenkoch. Aber aus dem Schmortopf. 

Und weil es die ganze Woche so herbstlich bleiben soll wird der Schmortopf so voll. Der Winzer und die Kärntnerin sollen ja länger etwas davon haben. Die Zwiebeln sind jetzt fertig, die Kärntnerin brät Fleisch an, dann die Zwiebel, gibt Paprikapulver, Majoran und Kümmel dazu und gießt mit Rotwein auf. Dazu kommen noch ein bisschen Balsamico und ein paar Markknochen und es wird gewürzt und aufgegossen. 
Eigentlich sollte die Zubereitung ja etwas aufwändiger sein, zuerst wird ohne Gewürze geschmort, dann abgekühlt, dann noch einmal mit Gewürzen geschmort, dann wieder abgekühlt und noch einmal aufgewärmt. Das soll doch glatt 2 Tage dauern. 
Der Balsamico und die Markknochen sind auch nicht original, genau wie der Rotwein, der sollte durch Bier ersetzt werden, aber was soll's? Geduld ist keine Stärke der Kärntnerin, mehr als einen Tag darf es nicht dauern und wenn es mit Rotwein doch so gut schmeckt, dann wird sicher kein Bier genommen, auch wenn die Wiener das nicht gerne sehen.

Der volle Topf kommt jetzt ins Rohr, bei 80 Grad und darf sich den ganzen Tag dort tummeln. Und am Abend dann machen sich der Winzer und die Kärntnerin darüber her. Vielleicht ist es ja wirklich noch besser, wenn man das Originalrezept genau befolgt? Also viel besser geht's jetzt eigentlich nicht mehr...
                               
~*~

Zum fotografieren sind die beiden nicht mehr gekommen, Nockerln gab es dazu und ein BIER.
Was hat es wohl gegeben?

Fotos © Martin Oberauner

TYB - So nah und keiner da

Es ist Zeit für eine Reise, Travel Your Backyard Zeit! Und so hat sich die Winzerfamilie auf den Weg gemacht und wieder die Umgebung erforscht.

Stonehenge



Stell dir vor, du fährst auf Urlaub und freust dich schon darauf, dort die schönsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zeugen einer anderen Zeit, faszinierende Naturschauspiele, beeindruckend für jeden Besucher. Und dann ist niemand da. Keine Touristengruppen, keine Führungen, niemand der für ein Foto posiert. Einfach niemand. Schön irgendwie diese Ruhe, in der man sich alles ansehen kann, aber auch komisch, oder?


Nicht weit vom Winzer und der Kärntnerin entfernt liegt "Österreichs Stonehenge", die vielleicht älteste Sternwarte Europas. Dieser Platz gilt als Kraftplatz und Kraft kann man ja bekanntlich am besten in Ruhe tanken. Dass es dann so ruhig wird, hatten sich der Winzer und die Kärntnerin dann aber doch nicht gedacht. Auf einen Touristenansturm waren die beiden jetzt nicht eingestellt, aber dass hier weit und breit gar niemand ist? Liegt vielleicht auch daran, dass die Beschilderung eher mager und der Anfahrtsweg im besten Fall als holprig durchgeht. Aber nur noch einmal zur Erinnerung. Die älteste Sternwarte Europas - und niemanden scheint es zu interessieren. Nun ja vielleicht schon jemanden, aber nicht die Massen, die man hier erwarten würde.


 Die Kogelsteine und Fehhaube in Grafenberg bei Eggenburg


Die Granitmegalithe sieht man schon von Weitem, auf mehrere Anhöhen verteilt. Imposante große Türme, seltsam geformte Wackelsteine. Schon in der Steinzeit soll diese Sternwarte mit gigantischem Ausmaß genutzt worden sein.

Wollsackverwitterte Reste eines Urgebirges im Weinviertel sind die riesen Steine. Sie weisen Besonderheiten auf, die daran zweifeln lassen, dass sie zufällig von Mutter Natur dahingestellt wurden. Besondere Abstände zwischen den Steinen oder in einer geraden Linie angeordnete Napfsteine, Richtungsweiser usw. Aber erst an den Tagen der Sonnwende bzw. der Tag- und Nachtgleichen zeigt der Platz hier so richtig was er kann. Dann soll er auch wirklich die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gebührt und viele Besucher anziehen, die das Lichtschauspiel, das sich bietet, bewundern. Dann erscheint die Sonne genau in den Spalten der Steine und zeichnet die Ursymbole für Fruchtbarkeit, Phallus und Dreieck.


Der Ort steht in Beziehung zu anderen Plätzen in der Umgebung, mehrere Kraftplätze, Steinformationen, Kapellen und  Bildstöcke. Alles Peilpunkte für Sonnen und Mondstände auf einer Fläche von über 80 Quadratkilometern (hier nachlesen *klick*). Bis zum Kalenderstein in Leodagger, zum Hergottsitz nach Etzmannsdorf und Dolmen von Stoitzendorf reicht das Gebiet. Steht alles noch auf der Besuchsliste vom Winzer und der Kärntnerin.



Noch dazu ist rund um die Megalithe herum ein Naturschutzgebiet. Ein Silikattrockenrasen bringt eine einzigartige Flora und damit auch Fauna. Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten.


Das war auf alle Fälle einen Besuch wert. Danach war die Winzerfamilie noch in Eggenburg und hat es sich gut gehen lassen. Sollte man sich auch nicht entgehen lassen, die hübsche mittelalterliche Stadt, wenn man schon einmal da ist...


Leider gar nicht im Hinterhof vom Winzer und der Kärntnerin, dafür aber von der Peggy befindet sich der Sanddorngarten. Ideen muss man haben, dann entsteht daraus so etwas Feines und die Kärntnerin freut sich, dass Peggy im Rahmen von TYB darüber berichte und ist fast ein bissl neidisch, dass das so weit weg ist.

http://weinviertel-kaernten.blogspot.co.at/2014/04/travel-your-backyard.html

Travel Your Backyard - Wieso weit reisen, wenn das Gute liegt so nach?
Der Winzer und die Kärntnerin bereisen ihren eigenen 'Hinterhof', das Weinviertel.
Und wer macht mit?