Unterwegs um den ‚Neuen‘ herzuzeigen

Jeder, der großen Weinwelt noch recht unbekannter, Winzer kennt das wohl, das Problem mit Messen, Weinpräsentationen und Verkostungen an denen viele Winzer teilnehmen. Die meist grimmig aussehenden Herrschaften, die ganz konzentriert ihrer Arbeit als Weinverkoster nachgehen, interessiert nach Alkohol, Restzucker und Säure fragen und fleißig mitschreiben, laufen einfach vorbei, oder beehren maximal den Nachbarn.
Wieso sollte es also auch dem Winzer und der Kärntnerin auf der Weinviertel DAC Erstpräsentation anders ergehen? Kein bekannter Name, keine interessierten Verkoster?
Doch, doch so wenig war gar nicht los am Stand der beiden. Mehr die Genießer, die den Wein also nicht spucken, sondern lieber schlucken und auch gern noch mehr erfahren wollten über das Retzer Land, die Weine und die Leute, haben vorbei geschaut.
Und dann hat sich doch noch einer der Herren, mit gezücktem Bleistift, vor den Stand verirrt. Er wollte schon weitergehen, da hat ihn das (doch nicht etwa schon recht verzweifelte?) Lächeln der Kärntnerin inne halten und näher treten lassen. Der zuerst skeptische, dann überraschte Blick, das anerkennende Nicken und die abschließende Bemerkung „der ist ja wirklich sehr gut, Gratulation“ hinterlässt den Winzer und die Kärntnerin dann aber doch etwas ratlos. Sollen sie sich über das Lob freuen? Oder ärgern, ob der Tatsache, dass ihnen anscheinend ein guter Wein gar nicht zugetraut wird?