Das Tafeln und der Schmortopf


Tafeln im Weinviertel, Kellergasse Pillersdorf

Während die Kärntnerin noch in Erinnerungen an einen wunderbaren Sommerabend schwelgt, ist er plötzlich da. Der Herbst, mitten im Sommer. 

So ein kühler Regentag muss genutzt werden und so holt die Kärntnerin ihren Schmortopf aus dem Regal und packt ihn voll. So richtig. Bis nichts mehr reinpasst. Zuerst wird dafür 1kg Zwiebel geschält und in Scheiben geschnitten. Das dauert, aber heute ist ja Zeit. Auch Zeit, das Ereignis des Sommers Revue passieren zu lassen: Tafeln im Weinviertel.

Eine Kellergasse, 
eine weiß gedeckte Tafel. 
Ein Spitzenkoch, 
3 Weingüter, 
60 Gäste.

Tafel mitten in der Kellergasse
Ein lauer Abend, 
5 Gänge,
9 sorgfältig ausgewählte Weine.

Ausgebuchte Veranstaltung, voller Erfolg

Ein bunt gemischtes, gut gelauntes Publikum. Gute Stimmung, schöne Gespräche, musikalisch schön begleitet.

Hauptgang - rosagebratenes Schweinderl auf Schwammerlrisotto

Aufgekocht hat Haubenkoch Julius Polak vom Retzer Weinschlössl, seine Frau Patricia mit ihrem Team die Gäste verwöhnt. Das Wetter hat es mit der lustigen Runde doch noch gut gemeint, der Regen hat sich frühzeitig verzogen, einem warmen Abend und sogar einigen Sonnenstrahlen Platz gemacht.


Man hat sich gut amüsiert und in der romantisch ausgeleuchteten Kellergasse den Abend gemütlich ausklingen lassen. 
Da kann man schon ein bissl stolz sein, findet die Kärntnerin. Auf so eine gelungene Veranstaltung. Und die tollen Bilder, die der Schwager davon gemacht hat!


Also es muss ja nicht so heiß sein, aber ein bissl länger hätte der Sommer jetzt schon dauern können. Aber beschweren tut sich ja keiner. Das Wetter hat es mit den Tafelgästen so gut gemeint, da nimmt man dann das kühle Herbstwetter gern in Kauf. Vor allem, wenn es schon wieder etwas Gutes zu essen gibt. Keine 5 Gänge, nicht vom Spitzenkoch. Aber aus dem Schmortopf. 

Und weil es die ganze Woche so herbstlich bleiben soll wird der Schmortopf so voll. Der Winzer und die Kärntnerin sollen ja länger etwas davon haben. Die Zwiebeln sind jetzt fertig, die Kärntnerin brät Fleisch an, dann die Zwiebel, gibt Paprikapulver, Majoran und Kümmel dazu und gießt mit Rotwein auf. Dazu kommen noch ein bisschen Balsamico und ein paar Markknochen und es wird gewürzt und aufgegossen. 
Eigentlich sollte die Zubereitung ja etwas aufwändiger sein, zuerst wird ohne Gewürze geschmort, dann abgekühlt, dann noch einmal mit Gewürzen geschmort, dann wieder abgekühlt und noch einmal aufgewärmt. Das soll doch glatt 2 Tage dauern. 
Der Balsamico und die Markknochen sind auch nicht original, genau wie der Rotwein, der sollte durch Bier ersetzt werden, aber was soll's? Geduld ist keine Stärke der Kärntnerin, mehr als einen Tag darf es nicht dauern und wenn es mit Rotwein doch so gut schmeckt, dann wird sicher kein Bier genommen, auch wenn die Wiener das nicht gerne sehen.

Der volle Topf kommt jetzt ins Rohr, bei 80 Grad und darf sich den ganzen Tag dort tummeln. Und am Abend dann machen sich der Winzer und die Kärntnerin darüber her. Vielleicht ist es ja wirklich noch besser, wenn man das Originalrezept genau befolgt? Also viel besser geht's jetzt eigentlich nicht mehr...
                               
~*~

Zum fotografieren sind die beiden nicht mehr gekommen, Nockerln gab es dazu und ein BIER.
Was hat es wohl gegeben?

Fotos © Martin Oberauner

TYB - So nah und keiner da

Es ist Zeit für eine Reise, Travel Your Backyard Zeit! Und so hat sich die Winzerfamilie auf den Weg gemacht und wieder die Umgebung erforscht.

Stonehenge



Stell dir vor, du fährst auf Urlaub und freust dich schon darauf, dort die schönsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Zeugen einer anderen Zeit, faszinierende Naturschauspiele, beeindruckend für jeden Besucher. Und dann ist niemand da. Keine Touristengruppen, keine Führungen, niemand der für ein Foto posiert. Einfach niemand. Schön irgendwie diese Ruhe, in der man sich alles ansehen kann, aber auch komisch, oder?


Nicht weit vom Winzer und der Kärntnerin entfernt liegt "Österreichs Stonehenge", die vielleicht älteste Sternwarte Europas. Dieser Platz gilt als Kraftplatz und Kraft kann man ja bekanntlich am besten in Ruhe tanken. Dass es dann so ruhig wird, hatten sich der Winzer und die Kärntnerin dann aber doch nicht gedacht. Auf einen Touristenansturm waren die beiden jetzt nicht eingestellt, aber dass hier weit und breit gar niemand ist? Liegt vielleicht auch daran, dass die Beschilderung eher mager und der Anfahrtsweg im besten Fall als holprig durchgeht. Aber nur noch einmal zur Erinnerung. Die älteste Sternwarte Europas - und niemanden scheint es zu interessieren. Nun ja vielleicht schon jemanden, aber nicht die Massen, die man hier erwarten würde.


 Die Kogelsteine und Fehhaube in Grafenberg bei Eggenburg


Die Granitmegalithe sieht man schon von Weitem, auf mehrere Anhöhen verteilt. Imposante große Türme, seltsam geformte Wackelsteine. Schon in der Steinzeit soll diese Sternwarte mit gigantischem Ausmaß genutzt worden sein.

Wollsackverwitterte Reste eines Urgebirges im Weinviertel sind die riesen Steine. Sie weisen Besonderheiten auf, die daran zweifeln lassen, dass sie zufällig von Mutter Natur dahingestellt wurden. Besondere Abstände zwischen den Steinen oder in einer geraden Linie angeordnete Napfsteine, Richtungsweiser usw. Aber erst an den Tagen der Sonnwende bzw. der Tag- und Nachtgleichen zeigt der Platz hier so richtig was er kann. Dann soll er auch wirklich die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gebührt und viele Besucher anziehen, die das Lichtschauspiel, das sich bietet, bewundern. Dann erscheint die Sonne genau in den Spalten der Steine und zeichnet die Ursymbole für Fruchtbarkeit, Phallus und Dreieck.


Der Ort steht in Beziehung zu anderen Plätzen in der Umgebung, mehrere Kraftplätze, Steinformationen, Kapellen und  Bildstöcke. Alles Peilpunkte für Sonnen und Mondstände auf einer Fläche von über 80 Quadratkilometern (hier nachlesen *klick*). Bis zum Kalenderstein in Leodagger, zum Hergottsitz nach Etzmannsdorf und Dolmen von Stoitzendorf reicht das Gebiet. Steht alles noch auf der Besuchsliste vom Winzer und der Kärntnerin.



Noch dazu ist rund um die Megalithe herum ein Naturschutzgebiet. Ein Silikattrockenrasen bringt eine einzigartige Flora und damit auch Fauna. Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten.


Das war auf alle Fälle einen Besuch wert. Danach war die Winzerfamilie noch in Eggenburg und hat es sich gut gehen lassen. Sollte man sich auch nicht entgehen lassen, die hübsche mittelalterliche Stadt, wenn man schon einmal da ist...


Leider gar nicht im Hinterhof vom Winzer und der Kärntnerin, dafür aber von der Peggy befindet sich der Sanddorngarten. Ideen muss man haben, dann entsteht daraus so etwas Feines und die Kärntnerin freut sich, dass Peggy im Rahmen von TYB darüber berichte und ist fast ein bissl neidisch, dass das so weit weg ist.

http://weinviertel-kaernten.blogspot.co.at/2014/04/travel-your-backyard.html

Travel Your Backyard - Wieso weit reisen, wenn das Gute liegt so nach?
Der Winzer und die Kärntnerin bereisen ihren eigenen 'Hinterhof', das Weinviertel.
Und wer macht mit?

Real Food, Baby

Wenn so ein Zwerg anfängt zu essen, dann ändert sich alles. Zumindest die Ansichten darüber, was gesund ist und was ungesund. Fertige Gläschen und Brei, das war der Kärntnerin gleich klar, kommen ihr nicht ins Haus und in ihr Kind. Aber wie macht man es besser? Die Recherche führte von Baby-led-weaning zu Getreidebrei-frei, zu vegetarisch, vegan und Paleo und schließlich von der Zwergen-Ernährung zu einer gesünderen Ernährung für den gesamten Winzerhaushalt.

Der Vegan-Check hat ergeben, nicht kompatibel mit dem Winzerhaushalt. Trotzdem, ein paar tolle Gerichte sind hängen geblieben, hauptsächlich von Attila Hildmann, schöne Abwechslung oft einmal. Super Gemüseideen. Neue Ideen sind auch aus der Paleo-Ecke gekommen, auch Steinzeiternährung genannt, hat ebenfalls ein paar tolle neue Rezepte gebracht und (auf Umwegen) zu hauseigenen Fermentationen geführt. Tolle Bereicherung, aber auch nur zum reinschau'n und nicht zum wirklich 100% leben. Dafür fallen zu viele gute Dinge weg, Pasta vor allem, oder Brot, genauso wie Hülsenfrüchte. Und solange man gesund durchs Leben geht und vom Gesundheitseffekt so eine Einschränkung nicht ganz überzeugt ist, dann ist das eher kontraproduktiv, weil es unzufrieden macht.

Aber die Kärntnerin hat weitergesucht und ist auf das gekommen, was sie eigentlich eh schon (im Großen und Ganzen zumindest) praktiziert. REAL FOOD nennt sich der Trend, der aus dem Fastfood gebeuteltem Amerika herüberschwappt. Reales Essen also. 
Gibt's denn auch irreales Essen? 
Ja, gibt es. 
Einmal Supermarkt und alles ist klar. Fertigpizzen um 2 Euro. Süßigkeiten- und Knabberzeugregale, die doppelt so lang sind wie das Gemüseregal. Getränke die nur aus Zucker bestehen. Fertiggerichte für Babies!!!! Eingeschweißtes, haltbar Gemachtes, die Zutatenlisten überschlagen sich vor lauter E-Nummern. Hauptsache, alles gibt's auch in Bio, dann passt das schon. Bioschokolade, Biochips, Biowurst (eingeschweißt natürlich), Bio-Guacamole (die ein Monat lang nicht braun wird), Biolimonade. Alles ja sicher sehr gesund. Oder?

Also Real Food. Darunter wird von den Anhänger verstanden: Nur Grundprodukte, nicht verarbeitet,  oder zumindest so wenig wie möglich, keine Zusätze, kein raffinierter Zucker. Gute Produkte. Super Ansatz, findet die Kärntnerin.

Macht sie ja eh schon. Also Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder aus dem Biokistl, Fleisch wann immer möglich Weidefleisch, Hendln aus eigener Haltung, Eier genauso, Suppenwürze wird selbst gemacht, Joghurt auch. Also eh total trendy, Vorreiter quasi sogar. Vorbildwirkung und so... Äh ja, hüstl.

Ein Packerl fix fertige Semmelknödel stehen da in der Speis, Himmel, die sind einfach flaumiger als die selbst gemachten und so praktisch, wenn's einmal auf die Schnelle Wazane Kasnocken geben soll. Wasser rein, Käse dazu, fertig. Und daneben Fischdosen, Nuri und Co. Ohne die geht's irgendwie schwer. Und Bohnen aus der Dose, weil selbstkochen ja soooooo lang dauert... Und Mayonnaise ist selbst gemacht ja sowas von gut, aber irgendwie ist da doch immer ein Glas im Kühlschrank, weil Ei aufschlagen und Knoblauch schälen und Öl ganz langsam reintröpfeln lassen (die Blitzmayonnaise mit dem Stabmixer hat die Kärntnerin einfach nicht drauf) und dann noch Mixer anpatzen und Rührschüssel dazu und ja. Und Tiefkühlpizza (nicht die für 2 Euro), die braucht der Winzer, wenn er einmal allein ist.

Also auf diesen Schock, wie viele 'Fertiggerichte' im Winzerhaushalt so herum sind, macht die Kärntnerin jetzt gleich einmal ein Doserl Fisch auf und kocht etwas damit. Auf die Idee gebracht hat die Kärntnerin diese Lady hier (*klick). Weil's so einfach und dabei sooooo gut war, teilt sie das hiermit. Und eines noch. Nachkochen lohnt sich!!!!

Pasta con Nuri 

für 2, weil zu scharf fürs Winzerkind


4 Sardellenfilets
1 TL Kapern
Knoblauch
in Olivenöl anrösten, die Chili aus der Nuri Dose dazu, mit einem Schluck Wein ablöschen, kurz köcheln lassen.
Die Zitronenschale und etwas Saft von der Zitrone dazu. Vom Herd nehmen und ein Patzl Butter einrühren, die Nuri in die Sauce legen und kurz schwenken. Pasta al dente kochen. Anrichten.

Zitronenbasilikum hätte gut dazu gepasst, hat die Kärntnerin beim Essen festgestellt und noch schnell ein bissl was drübergestreut...

2 Girls and the City


Die Kärntnerin hat weibliche Verstärkung da und macht frei. Ab in die Stadt. Ohne den Winzer gibt's heute Mädl-Programm. Shoppen und so. Und essen. Und trinken. Und bummeln.
Und los geht's. Zuerst muss das Bäuchlein gefüllt werden, sonst geht gar nichts und dann Spittelberg zur Frau Hoschek.


Die war nicht da, naja das war eh klar. Aber ihre Kollektion. Und die haben sich die zwei Kärntnerinnen ganz genau zu Gemüte geführt. Und ein Sackerl mitgenommen zum nächsten Programmpunkt.


Vom Spittelberg weiter Richtung Naschmarkt. Ein bissl Marktfeeling, ein bissl Kulinarik und ein bissl Uhudler und Schilcherol.


Und dann noch ein Spaziergang durch die Innenstadt, ein klitzekleines Eis in der Eisgreisslerei und zum Abschluss noch ein Glasal am Fluss, man gönnt sich ja sonst nix. 





Und schon ist er wieder vorbei der Tag in der Stadt. Im schönen Wien. So ein Ausflug muss hin und wieder sein, auch wenns jetzt nicht ganz der Hinterhof ist und die Kärntnerin ja eigentlich nur das Weinviertel bereisen wollte. Aber da die Turbohausfrau das Weinviertel besucht, kann die Kärntnerin ja nach Wien, Kulturaustausch oder so... ;-)



Grüße nach Italien


Der Sommer ist da, im Weinviertel. Während die kärntner Familie in Italien urlaubt, holen sich der Winzer und die Kärntnerin den Urlaub nach Hause. Lassen den Alltag, einmal Alltag sein und genießen einen schönen Sommerabend. Ein Glas Rosé, etwas Gutes kochen und dann raus ins Freie.


Die Kärntnerin packt das Familienrezept aus. Das für Sommertage. Das, das auch an sehr heißen Tagen, wenn der Hunger sowieso nicht so groß ist, noch schmeckt. Das, das gut zu einem lauen Sommerabend und einem Glas Wein passt. Das, das eigentlich einen GROSSEN Namen verdient hat. Italienisch mit einen mit alla oder einem del oder zumindest einem con. Vielleicht auch ganz neumodisch unitalienisch, lieber regional österreichisch, dann müssen der Namen aber mindestens zweizeilig sein und ein auf, an oder immerhin ein mit enthalten. Denkste. Den ganzen Schnickschnack braucht das gar nicht. Bleiben wir bei dem, was es schon seit Jahren ist. Der Sommerklassiker im Kärntner- und im Winzerhaushalt. Die Sommerspaghetti.



Die Kärntnerin räumt seufzend die Töpfe, Siebe und Pfannen wieder ins Kastl, die das Winzerkind gerade ausgeräumt hat und setzt das Wasser auf. Heute Spaghettini. Kaum umgedreht ist das Kastl auch fast schon wieder leer. Nun ja, immerhin kann sie in Ruhe die Paradeisaln klein schneiden, dann den Büffelmozzarella. Knoblauch muss hinein, der ist um die Jahreszeit nicht mehr ganz so schön, schmeckt aber immer noch gut. Bald, bald kommt der neue. Dann holt sie die Oliven und die Kapern aus der Speis, verfolgt vom Winzerkind. Das hat wohl Lunte gerochen, oder die schon kochenden Spaghettini... Als die Kärntnerin probiert, ob sie schon al dente sind, gibt es arge Proteste. Wie kann sie nur, die Kärntnerin, vor dem Winzerkind eine Nudel essen und nichts ins weit aufgerissene Mäulchen stecken??? Erst als ein Nudal, noch nicht ganz durch, seinen Weg in die kleinen Hände findet kann es weitergehen. Raus in den Hof, Basilikum ernten und in feine Streifen schneiden. Alles mit Olivenöl vermengen. Schon sind sie fertig die Spaghettini und es wird angerichtet. 
Mahlzeit!

 Sommerspaghetti


Spaghetti oder Spaghettini, al dente gekocht

Paradeiser, gewürfelt
Mozzarella du Bufala, gewürfelt
Knoblauch, in dünnen Scheiben
Chili, wer mag
Kapern, gehackt
grüne Oliven, klein geschnitten
Basilikum
Olivenöl




So und morgen, da ist dann wieder Kellergasse angesagt, wie jetzt den ganzen Sommer Samstags, wenn das Wetter passt. Ihr schaut doch einmal vorbei, oder?




Ruckzuck


Eins, zwei, drei und schon ist er vorbei, der MAI.

Unglaublich, gerade hat er doch erst begonnen und schon verabschiedet er sich. So viel hatten der Winzer und die Kärntnerin zu tun und schon ist einer der schönsten Monate des Jahres wieder vorbei. Warum einer der schönsten? Jetzt blüht der Klatschmohn im Weinviertel, die Straßenränder, Felder und Weingärte sind voll davon, überall leuchtet es wunderbar rot.


Und ihn den ist die Kärntnerin verliebt, jedes Jahr freut sie sich auf ihn. Glücklicherweise blüht er auch noch in den Juni hinein.

Dann gab es noch etwas zu Feiern. Im Mai.



Der große Tag der Kleinen.



Und sie hat ihn genossen.


Das Winzerkind ist dazu nach Kärnten gereist, hoch hinauf in die Nockberge, zurück zu den Kärntner Wurzeln.

Weil er etwas ganz besonderes ist, dieser Tag und vor allem der Jahrgang 2013 auch ein besonderer ist, durfte auch ein ganz besonderer Wein dieses Jahrgangs mit dabei sein. Die Jungfernlese vom ersten eigenen, gemeinsam ausgesuchten und ausgesetzten Weingarten des Winzers und der Kärntnerin. Auf den sind sie fast so stolz wie auf die andere, sehr gelungene, gemeinsame Produktion ;)


So das war die Mai-Reise. Diesmal kein Reise in den Hinterhof, dafür ist keine Zeit geblieben. Fortsetzung folgt aber. 
Zum reisen gekommen ist dagegen Susi die Turbohausfrau. Sie war im Taubenkobel, nur einen Katzensprung von Wien entfernt und damit praktisch im Hinterhof von Wien. Dort könnte man einmal vorbei schaun. Im Taubenkobel natürlich, bei der Turbohausfrau sowieso, da muss man immer wieder hinschaun und gute Rezeptideen abstauben.


Fotos © Martin Oberauner

Weintour ist!




Morgen und übermorgen gibt's:


Start in die Kellergassensaison 

Der neue Jahrgang, mit ein paar Neuheiten zu verkosten

Bregenzerwälder Käse, zu kosten und zu kaufen
dazu ingwerscharfes Rhabarberchutney und Chil-Zitronengelée

Kellergassenführungen, 15Uhr (bitte um Voranmeldung)

Der Schatz am Öhlberg, Kindererlebnisschatzsuche



TYB - Stürmisch am Heiligen Stein

Der erste Travel Your Backyard Ausflug war kürzer als gedacht. Der April ist launisch und nach frühlingshaft warmem Wetter am Sonntag, folgt am Ostermontag kühleres und vor allem stürmisches Wetter und nach Regen hat es zuerst auch ausgesehen. Also Programmkürzung, Konzentration auf das, was schon lange fällig war.
Energieplatz, Heilquelle und ein prähistorischer Schalenstein, ganz in der Nähe und doch waren der Winzer und die Kärntnerin noch nicht dort. Die Kärntnerin will aber schon lange einmal hin und so geht's fest eingepackt nach Mitterretzbach zum Heiligen Stein.



Ein moderner Aussichtsteg rund um die Grundmauern der ehemaligen Pilgerkirche  'Unserer lieben Frau am Stein' lässt einen weit ins Land blicken, zumindest wenn einen der Wind dabei nicht wegbläst. So haben sich die 3 bald wieder aufgemacht um dem Wind zu entgehen und die Grea zu besuchen.


Die Grea ist ein alter Brauch, früher wurden am Ostermontag die Freunde und Arbeiter des Winzers zu Speis und Trank eingeladen. Heute sind die Keller im benachbarten Unterretzbach geöffnet, der neue Jahrgang darf verkostet und der Bauch mit Kleinigkeiten gefüllt werden. Und das haben die 3 dann auch gemacht und ein paar Heurigenspezialitäten in die knurrenden Mägen gefüllt. 

Ein kleiner Ausflug zu Beginn macht wieder klar, wie schön es doch ist, das Weinviertel. Und die Touristen, die sich auch vom Wind nicht abschrecken ließen, zeigen, dass das nicht nur dem Winzer und der Kärntnerin aufgefallen ist. Und der April, der ist nicht nur launisch, sondern hat auch seine  ganz eigene Farbe. Im Weinviertel, das leuchtet er gelb...



 

Travel your Backyard

(Kulinarische) Reisen in den eigenen Hinterhof


Du kennst deinen eigenen 'Hinterhof' gar nicht? Oder zumindest nicht so gut? Das eigene Umland, die eigene Region, das eigene Viertel oder die eigene Stadt. Aber du bist stolz auf deine Heimat und möchtest sie gerne vorstellen? Dann her mit deinem Beitrag! 

Die Kärntnerin bereist mit dem Winzer und dem Winzerkind ihre Region, um sie besser kennenzulernen und um sie alljenen vorzustellen, die nicht ums Eck wohnen. Alle die mitmachen, sind herzlich eingeladen. Unter 'Travel your backyard' soll eine Bloggeraktion (und nicht nur für Blogger, siehe weiter unten) draus werden und ich hoffe ihr beteiligt euch mit Beiträgen aus eurem 'Hinterhof'. Gerne auch mit Restauranttipps, lokalen Rezepten, euren geheimen Lieblingsplätzen oder unentdeckten Produzenten.
Alle Beiträge werden hier zusammengesammelt und auf Pinterest in einer Pinnwand verewigt. Je nach Beteiligung wöchentich, monatlich oder einmalig. Links zu euren Beiträgen bitte als Kommentar hierlassen. Banner dürfen gerne mitgenommen. Wer keinen eigenen Blog besitzt und trotzdem gerne mitmachen möchte, der schickt seinen Beitrag an: dwudk@gmx.at

Also raus in den Frühling und zeigt her eure Heimat!

Banner gerne mitnehmen und bitte verlinken
Tags für Facebook, Twitter.. usw. #‎backyardtravelling‬
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Pinterest: TYB Pinnwand 

Die Kärntnerin freut sich auf eure Bilder und Berichte 
 



P.S.: Zu den Osterfeiertagen geht es beim Winzer und der Kärntnerin los und sie besuchen bei Schönwetter das erste Ziel auf der Liste. Spannung darf aufkommen ;) 

Kräuterhexen und Reisepläne

Der Kärntnerin fällt auf, es wird gern geurlaubt. Ein, zwei, vielleicht sogar dreimal im Jahr, je nachdem, ob man sich das leisten kann und sich so viel loseisen kann, von Job und Alltag, geht es weg, möglichst weit weg. Österreichflucht sozusagen. Ans Meer oder Cityhopping, die Pyramiden besichtigen oder eine Safari machen. Der Winzer und die Kärntnerin waren noch nie so die ganz begeisterten Fernreisenden, hängt wahrscheinlich daran, dass immer Arbeit wartet, dass der wenige Urlaub gern in Kärnten verbracht wird und überhaupt und sowieso daran, dass ewig am Flughafen warten, in den engen Sitzen stundenlang die Zeit totschlagen, sich auf riesigen Flughäfen zurecht finden zu müssen, bei der Gebäckausgabe ärgern usw. irgendwie nicht so nach dem Geschmack der beiden ist. Traumhaft sind die Ziele schon und die Kärntnerin schaut sich gern die fremden Urlaubsbilder an, aber selbst machen? Na und jetzt geht sowieso gar nichts mehr. Das Winzerkind ist noch zu klein um zu verreisen und die Urlaubskasse ist sowieso gähnend leer. Ein bisschen Urlaubsfeeling solls aber doch sein. Die Lösung liegt auf der Hand, oder besser gesagt: vor der Haustür.

Travelling your own backyard


Der eigene Hinterhof, oder auf weinviertlerisch 'Hintaus' soll es sein. Häh? Wie bitte? Natürlich reichen die Ambitionen etwas weiter als bis zum eigenen Garten, der Garage oder dem Hof. Aber der Begriff beschreibt einfach sehr gut, was der Winzer und die Kärntnerin vorhaben. 
Das eigene Umland, die eigene Region. Unbekannte Kellergassen, mystische Orte, noch nicht besuchte Ausflugsziele und Orte, die der Winzer und die Kärntnerin schon längst entdeckt haben und gerne hier vorstellen möchten. Geheimtipp-Suche, Lokale, Restaurants, Heurige, regionale Betriebe mit tollen Produkten im Weinviertel und vielleicht auch im angrenzenden Tschechien. Urlaub einmal anders. Viele kleine Entdeckerferientage. Immer wenn es sich ausgeht, wenn Zeit ist und wenn ein aufregendes Ziel am Horizont auftaucht.

UND: der Kärntnerin würde sich freuen, wenn das Schule macht. Wenn sich auch andere beteiligen möchten, die stolz auf die eigene Heimat sind, aber sie eigentlich zu wenig kennen, oder sie denen näher bringen wollen, die immer weit reisen, aber noch nicht wissen, dass das Gute doch so nah liegt.

Und was haben die Kräuterhexen damit zu tun?


Die Kärntnerin macht grad Kräuterkunde-Ausbildung im Kräuterdorf Neuruppersdorf. Weil sie Kräuter interessieren. Die aus dem Garten schon lang, die vor der Haustür auch, aber da kennt sie sich noch nicht besonders gut aus. Und Neuruppersdorf ist schon wieder ein ganz anderer Teil des Weinviertels, trägt also auch wieder dazu bei, im Weinviertel herum zukommen. Und die Kräuterkunde trägt dazu bei, ausgedehnte Spaziergänge zu machen und dabei die Augen noch mehr offen zu halten und neue Spazierrouten auszusuchen

Also dann, auf ins Abenteuer!

P.S.: Tipps sind gerne willkommen, was ist sehenswert im Weinviertel, was haben der Winzer und die Kärntnerin noch nicht entdeckt?

Das Geheimnis des Liptauers



Rettet den Liptauer, heißt der Aufruf von der Giftigen Blonden, der die Kärntnerin ereilt hat. Wieso? Ist der wirklich am verschwinden? Gerade hat die Kärntnerin gelesen, dass in den Supermärkten schon mehr Kichererbsenaufstrich verkauft wird, als Liptauer. Kein Wunder, der fertige Humus ist ja ganz okay, der Liptauer schmeckt, naja wie drückt man das jetzt schön aus. Egal, bleiben wir ehrlich: Er schmeckt einfach NICHT.
Also, die Kärntnerin beteiligt sich an der schönen Aktion, bei der mehrere BloggerInnen ihre Liptauer Version vorstellen. Mehr mit einer Geschichte als mir einem konkreten Rezept, aber dazu gleich mehr.

Der Liptauer


Zuerst holen wir etwas aus: 'Der Liptauer ist ein pikanter Brotaufstrich  aus der slowakischen und österreichischen Küche und  typischer Bestandteil des Speiseangebots beim Heurigen', kann man auf Wikipedia nachlesen. Im 'echten' Liptauer, lesen wir weiter, wird Brimsen verwendet, ein gesalzener Schafstopfen. Die wichtigste Zutat zur Farbgebung ist Rosenpaprika. Gereicht wird er als Aufstrich oder auch als Dip.

Die Kärntnerin und der Liptauer


Der Winzer isst sehr gern Liptauer. Aber mag ihn die Kärntnerin überhaupt? Die Antwort ist Jein. Früher gar nicht. Jetzt schon, aber nur den von der Schwiegermama, woanders nicht, oder nur selten. Der Winzer eben schon, der bestellt sich auch gern einmal auswärst einen. Hat es mittlerweile aber fast aufgegeben, weil irgendwie bekommt man selten einen wirklich guten. 


B(r)in(m)senweisheiten?


So ein Projekt weckt natürlich den Ehrgeiz, den Ehrgeiz 'echten' Liptauer herzustellen. Und dazu braucht man Brimsen. Eben diesen gesalzenen Schafstopfen. Wie sich herausstellt im Weinviertel schwer (nicht) zu bekommen. Und ganz ehrlich. Braucht man den denn wirklich? Die Kärntnerin ist sich sicher, dass die Turbohausfrau (ganz streberhaft ;)) ein Originalliptauerrezept beisteuert und der Weinviertler Liptauer wird traditionell eben nur mit 'normalem' Topfen gemacht. Genauso schmeckt er dem Winzer und der Kärntnerin auch. Also solls dabei bleiben. 

Das Geheimnis des Liptauers und der Liptauer von der Schwiegermama


Während sich die anderen also die Finger wund recherchieren, nach dem perfekten Rezept, hat die Kärntnerin es leicht. Sie nimmt das hauseigene Rezept, mit dem die Schwiegermama schon viele Jahre lang die Besucher bei der Offenen Kellertür verköstigt. So und jetzt kommt es. Das 'Geheimnis' des Liptauers:


Wenn der Liptauer beim Kosten gut schmeckt, dann ist er es nicht. Das Geheimnis liegt eben im richtigen bzw. in diesem Fall im falschen Abschmecken. Wenn man beim Kosten den Mund verzieht weil er zu intensiv ist und sofort den Kühlschrank aufmachen möchte um noch mehr Topfen drunter zu mischen, weil es versalzen schmeckt, dann stehen die Chancen gut, dass er genau richtig ist. Schmeckt er jetzt schon genau richtig, dann ist er am Brot sicher genau eines: langweilig. Man muss ihn jetzt aber nicht auf gut Glück überwürzen.

Das Geheimnis lautet also: Brot aufschneiden, Liptauer drauf und kosten. Dann passt es.

So und dann noch zwei Kleinigkeiten. Ein Rezept ohne Würzmengenangaben? Ja! Laut der Schwiegermama nimmt man nämlich genau so viel, wie es braucht. Wer sich nicht drüber traut, der orientiert sich besser an den anderen Rezepten (Links am Ende des Posts).
Und: ein bissl scharf darf es sein, muss es im Winzerhaushalt sein. Ein bissl hausgemachte Chilipaste verleiht dem Liptauer noch den letzen Kick, zusätzlich zum rosenscharfen Paprika. 



Pikanter Weinviertler Liptauer:


2 Teile Topfen (250g)

1 Teil Butter (125g)

1/2 kleine Zwiebel, gehackt

2 Zehen Knoblauch, gehackt

soviel wie's eben braucht:

Rosenscharfes und edelsüßes Paprikapulver

Kümmel zerkleinert oder gemahlen

Senf 

Sardellen, gehackt oder Sardellenpaste

Gewürzgurkerln, gehackt

Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

etwas Chilipaste oder geriebener Chili


Alle Zutaten vermischen, aufs Brot schmieren, abschmecken. Fertig. Mahlzeit! Und unbedingt ein Glaserl Wein dazu trinken! Einen grünen Veltliner, am besten einen Weinviertel DAC.

~*~

Die anderen Teilnehmer und ihre Liptauerrezepte: