So ähnlich und doch so anders


Urlaub im Süden, so hat sich das die Kärntnerin gewünscht. Diesmal weiter als 'nur' bis ins Kärntnerland. Also hat der Winzer das Auto vollgepackt, großteils mit Wein, wie könnt' es auch anders sein. Aber auch für die Urlaubsgarderobe musste Platz bleiben. 

Zwischenstopp in Kärnten, Wein abladen und weiter geht es. Strandurlaub? Fehlanzeige. Kultur soll her und Wein muss es sein (Kofferraum jetzt ja wieder leer für Neuerrungenschaften).

TOSKANA

Ein ganz kleines Hotel, das Zimmer in einem antiken toskanischen Bauernhaus aus Stein.


Im Garten Mandelbäume (ganz wie zuhause). Viele, viele Olivenbäume (warum sind die nur nicht winterhart????)




 Rundherum Weingärten, Weingärten, Weingärten (auch wie zuhause) und überall blüht leuchtendrot der Klatschmohn am Straßenrand (das auch!).

Dann die traumhaft gute italienische Küche, mittelalterliche, verzauberte Städchen und die südliche Lebensart, die eben doch so anders ist, irgendwie entspannter und lockerer, irgendwie lauter, zumindest am Abend, beim Essen mit der Familie und Feiern und lachen und irgendwie leiser, zumindest um die Mittagszeit, wenn die Hitze des Tages alles zur Ruhe bringt.

Das Leben einfach zu genießen, ist das Motto. Viel Espresso und mittägliche Siesta. Vino zum Essen und zum Abschluss noch ein Grappa. So lässt es sich aushalten.



Und dann geht es auch schon wieder nach Hause. Obwohl es so unsagbar schön war, ohne allzu viel Traurigkeit im Herzen. Wenn es so schön ist, wie beim Winzer und der Kärntnerin im Weinviertel, dann freut man sich auch wieder auf das Heimkommen!
Die Erinnerung bleibt und der Vorsatz, etwas zu behalten, von der italienischen Lebensweise. Den Alltagsstress ruhig einmal Alltagsstress sein lassen und das machen, auf das es ankommt. Das Leben genießen, alles auszukosten, was es zu bieten hat! 

Und erst einmal Siesta machen... vor dem Essen und dem Vino und dem Grappa...

Watch out for the black nut

Die schwarze Nuss ist eine sehr seltene Spezialität. Sie wächst nur im Retzer Land, Weinviertel und auch dort nur an wenigen Plätzen. Eine köstliche Delikatesse, die zu den verschiedensten Käsesorten oder auch zu luftgetrocknetem Schinken serviert wird. Auch als Beilage zu Fleisch, besonders zu Wild, macht sie sich ausgezeichnet.

Okay, das war jetzt geschwindelt. Die Kärntnerin hat eben eine blühende Fantasie.

So selten ist die Nuss gar nicht, man findet sie auch nicht nur im Weinviertel und eigentlich ist sie gar nicht einmal schwarz. Aber das mit der Delikatesse stimmt und auch, dass man sie eher selten bekommt. Wahrscheinlich, weil die Prozedur etwas langwierig ist, sie zieht sich über 2-3 Wochen hin. Und natürlich, jede Nuss, die dafür geerntet wird, fehlt im Herbst am Baum.

Die schwarze Nuss ist eine Walnuss. Sie wird noch grün geerntet und erst durch die Verarbeitung erhält sie ihre neue, wohlschmeckende Form. 

Die Kärntnerin tut sich die Prozedur schon seit ein paar Jahren im Frühsommer an und meist ist auch der Winzer derjenige, der (nicht ganz freiwillig) bei der Nussernte helfen darf. Dieses Jahr hat sich aber des Winzers Vater bereit erklärt mit Leiter auszurücken um dem Baum die Nüsse zu entreißen. Auf Grund von tiefhängenden Nüssen konnte von diesem gefährlichen Manöver aber abgesehen werden.




Soweit zum einfachen Teil. Jede Nuss muss nun rundherum angestochen werden. Immer Handschuhe tragen, die kleinen Teufelchen färben die Haut sonst für lange Zeit unschön gelb-braun. Und dann gehen die Nüsse erst einmal baden. Für 2 Wochen dürfen sie in kaltem Wasser plantschen, täglich muss das gewechselt werden. Gegen Ende der 2 Wochen mehrmals täglich. Dann werden sie weichgekocht und mit einem Sud aus Wasser, Zucker, Salz und verschiedenen Gewürzen übergossen. 3 Tage lang wir der Sirup immer wieder aufgekocht und wieder über die Nüsse gegossen, am letzten Tag die tiefdunkle Flüssig und die jetzt glänzend schwarzen Nüsse in Gläser verfrachtet.


Alle Nüsse, die etwas zu klein geraten sind, erwartet ein anderes Schicksal. Sie haben ein Rendezvous mit dem Herrn Weinbrand und dürfen sich einen kräftigen Schwips antrinken ;-)

 

Nach 4-6 Wochen ist der Nussschnaps dann fertig zum Füllen. Dank der verdauungsanregenden Wirkung ein hervorragender Digestiv. Achtung Suchtgefahr!