Ein Lehrgang und gute Aussichten auf eine reichliche Ernte

Man lernt nie aus, so heißt es. Die Kärntnerin lernt auch gerne Neues, hat die dunkle Jahreszeit genutzt und sich fortgebildet. Eine Kellergassenführerausbildung war es. Sie hat viel erfahren, viel gesehen und mit einer netten Truppe schöne Abende verbracht.
Jetzt muss nur noch die Arbeit über die schönste aller Kellergassen fertig werden. Das Wetter ist dafür gerade richtig, wieder kein Sonnenstrahl der sie aus dem Haus lockt, ein paar Schneeflocken schweben träge vom Himmel.



Als dann die Post klingelt, kommen Frühlingsgefühle auf. Das Samentausch-Paket ist da! Und was für ein Paket, recht groß ist es und dafür, dass es Saatgut enthalten soll sehr schwer. Die Kärntnerin hat schon gespannt gewartet, bis es da ist. Sie hat die Aktion im Internet aufgestöbert (veranstaltet von Annika vom Grünen Himmel) und wollte unbedingt mitmachen. Das Paket wandert von Adresse zu Adresse, überall darf entnommen und hineingepackt werden. Versprochen hat sie sich einmal nicht allzu viel davon, war einfach nur neugierig was passieren wird. Und dann diese RIESIGE Auswahl an kleinen und größeren Papiertütchen und Plastiksäckchen gefüllt mit den verschiedensten Samen. Blume, Gemüse, Kräuter, Exoten... Ein Traum. 



Das wird eine schöner Abend. Für Beschäftigung ist gesorgt, stundenlanges durchsehen und entscheiden und wieder einpacken. Der Inhalt des Schmortopfs verbreitet traumhaften Duft im Winzerhaus und draußen im Schnee vor dem Fenster brennt ein Lichtlein.



Leider lässt sich der Zauber des tanzenden Lichts im glitzernden Laterndl in der Dunkelheit nicht auf einem Foto festhalten

Nutzt doch bitte den Winter!




Die Kärntnerin genießt den Winter in vollen Zügen. Zuerst der überraschend viele Schnee, dann ein herrlicher Tag mit nicht vorhergesagter Sonne bei windstillem Wetter. Das macht glücklich und lädt zum Spaziergang ein. Die Kälte macht Lust auf ein warmes Getränk und die dunklen Abende kann man so herrlich mit Garten- und anderen Plänen ausfüllen. 

Mandarinensaft, heiss gemacht, mit Kardamom, Zimt und Nelken gewürzt

Eine schöne Jahreszeit denkt sie sich, auch ohne Wintersport in der Kärntnerin Heimat. Der Winzer mag die Jahreszeit auch, Schneeschaufeln hat ihm viel Spaß gemacht und seine Weingärten sind vor eisigen Temperaturen gut durch die Schneedecke geschützt. 

Überhaupt ist das doch herrlich. Die vorher etwas trostlose Landschaft liegt nun unter einer zauberhaft glitzernden Decke. Begeisterung allerorts, müsste man meinen. Schließlich sollte das zu dieser Jahreszeit ja in unseren Breiten so sein. Schneebedeckte Winterlandschaft. 



Komischer weise sieht das nicht jeder so...

Kommt das noch jemandem so vor? Dass sich viele Mitmenschen in einer Art Winterschlaf befinden? Die Jahreszeit geht spurlos an ihnen vorbei, gelebt wird nur für die warmen Tage, die kalten werden gerade einmal 'ertragen', oft mit viel Geschimpfe.

Ständig hört und liest man nur viel Negatives. Zu kalt, zu matschig, zu rutschig (hat den niemand mehr vernünftige, feste, wasserdichte Schuhe mit gescheiter Sohle). Den Schnee hätte man jetzt aber nicht mehr gebraucht (Was heißt denn jetzt nicht mehr, es ist Jänner, also tiefster Winter). Geschimpft wird auf das Wetter (hilft nie was), den Räumdienst (die tun doch was sie können) und überhaupt auf alles. 

Natürlich freut sich auch die Kärntnerin schon auf längere, wärmere Tage. Aber ihr wäre es zu blöd, ein drittel des Jahres einfach nur zu ertragen und ungenutzt verstreichen zu lassen.

Und deshalb heute ein paar Tipps, für einen besseren, sinnvollen Winter ;-)

1. Sich über jede Flocke freuen, die vom Himmel schwebt. Ja, sie wird irgendwann zu schmutzigem Gatsch. Na und? Das kann man nicht ändern, aber solange es schneit und schön weiß ist kann man es ja trotzdem genießen.

2. Schneeschaufeln als Sport mit Frischluftgarantie sehen.

3. Gut anziehen, am besten in vielen Schichten, dann wird es nicht kalt. Mit Haube, Schal und Handschuhen ist man für jedes Wetter gerüstet

4. In gute Winterschuhe investieren, man rutscht nicht und muss sich nicht über ungeräumte Wege beschweren und man entgeht dem Ärger über nasse oder kalte Füße.

5. RAUS. Nicht jeder will Schifahren, Snowboarden oder Eislaufen. Egal. Trotzdem an die frische Luft, wann immer möglich Sonne tanken und sich an der Schönheit der Winterlandschaft erfreuen.

5. Die Zeit für Dinge nutzen, die im Frühling und Sommer immer zu kurz kommen. 
Die Kärntnerin macht gerade Frühjahrsputz. Frühjahrsputz? Vom Winter war doch die Rede. Sicher, aber die Kärntnerin kennt sich eben gut, mit der kräftiger werdender Frühlingssonne sinkt die Motivation für Frühjahrsputz immer mehr gegen Null. Garten, Weingärten und anderes beansprucht sie dann mehr und der Frühjahrsputz fällt dürftig aus. Also wurde er dieses Jahr vorgezogen. Die Speisekammer sortiert, Kästen abgesaugt usw. Nur die Fenster, die kommen erst dran, wenn es doch etwas wärmer wird.

7. Die Freuden der kalten Zeit genießen. Heiße Getränke und winterliche Rezepte. Prasselndes Feuer im Ofen, in eine Decke kuscheln und ein Buch lesen.

8. Die Ruhe nutzen. Gemütlich machen, Notizblock zücken und Pläne machen. Für den Frühling, den Sommer und den Herbst...



Nutze den Winter!

Schön winterlich

Sehr viel ist es nicht geworden, wie meistens. Der Winzer und die Kärntnerin sind es ja mittlerweile gewohnt, dass ihr kleines Eck von Österreich nur ganz wenig abbekommt. Aber es reicht. 
Das Weinviertel verschwindet unter einer dünnen weißen Decke. Ruhig erscheint die Welt da plötzlich und harmonisch. Schön. Schnee...


Leider hat sich die Sonne nur ganz kurz blicken lassen und die ganze Pracht war so nicht richtig auf ein Foto zu bannen.



Für die kommenden Tage sind eisige Temperaturen angesagt. Beste Bedingungen für eine Bastelei, die die Kärntnerin letztes Jahr das erste Mal begeistert und kalte, dunkle Abende erhellt hat: Eislaternen. Dieses Jahr mit natürlicher 'Verzierung'. Wird sich zeigen, ob das was wird.


2013: Pläne und Roger Rabbit aus dem Schmortopf





Die Kärntnerin hat wieder Lust zu kochen. Nach Stress und krank sein, dann Verwöhnprogramm und wunderbar erholsamem Urlaub ist es endlich soweit. Zurück in der Winzerküche heizt sie den Ofen auf 100°C vor und stellt den gusseisernen Schmortopf bereit.

Ihren Schmortopf nennt die Kärntnerin liebevoll "Schmorli", er kommt oft zum Einsatz, sehr oft. Eigentlich kann sie sich ein Leben ohne Schmorli schon gar nicht mehr vorstellen. Chili, Gulasch, Ragout, Reisfleisch, Lammstelze, seit Kurzem sogar Schweinsbraten und Brathendl (!) landen im Schmorli. Und der dann im Ofen, dann kann die Kärntnerin das Ganze ruhigen Gewissens für längere Zeit vergessen. Nix umrühren oder nachfüllen, kein Anbrennen. Zur Essenszeit Ofen aus, Schmorli raus, Essen fertig! Herrlich.

Gestern ist Meister Lampe im Schmorli gelandet. Nur grob zerteilt. Fast wäre es sich nicht ausgegangen, nur knapp hat der ganze Hase samt der (meisten) Zutaten in den großen gusseisernen Topf gepasst. 12 Stunden später, bei geringer Hitze sanft gegart, hat die Kärntnerin im Topf alles beinahe wie vorher vorgefunden. Also, Hase noch im Ganzen, jetzt aber in herrlich duftendem Saft schwimmend. Erst beim Umrühren hat sich das Fleisch angefangen von den Knochen zu fallen. Perfekt. Die erste Kostprobe (Mmmmhhhh) hat der Winzer  zum Abendessen vorgesetzt bekommen, der Rest wird in viele Portionen verpackt und eingefroren. Das reicht dem Winzer und der Kärntnerin jetzt für so einige Essen Pasta mit...

...Ragù alla bolognese vom Weinviertler Hasen

( 12 hour Rabbit Bolognese nach Jamie Oliver, abgewandelt nach dem Inhalt der Speisekammer)

  
1 Hase/Kaninchen (wer will + Innereien)
3 Scheiben Speck, grob geschnitten
2 Lorbeerblätter
Rosmarin
1 Knolle Knoblauch
2 Karotten
2 Stangen Porree 1 Pastinake
2 Stangen Sellerie
2 rote  1 weisse Zwiebel
1 Handvoll Steinpilze, getrocknet
2 Dosen Paradeiser
2 TL Tomatenmark
500ml Bier
Olivenöl, Salz, Pfeffer
1/2 Muskatnuss, frisch reiben


Den Speck brät die Kärntnerin im Schmortopf an, gibt das Tomatenmark, Lorbeerblätter und Rosmarin dazu und röstet alles kurz durch. Der Hase wird sogleich im Topf verstaut, sämtliche anderen Zutaten rundherum verteilt, salzen und pfeffern. Mit möglichst wenig Wasser füllt sie auf, so dass alles schön bedeckt ist, viel Platz ist ohnehin nicht mehr. Der Deckel passt gerade noch drauf.

Ab in den Ofen. Nach 12 Stunden, also beim Winzer und der Kärntnerin zum Frühstück, holt der Winzer den schweren Topf aus dem Ofen und die Kärntnerin MUSS hineinschnuppern (jaja, Frühstückszeit hin oder her) und den Duft genießen. Nachdem alles abkühlt ist (dauert im Schmortopf!), schlüpft die Kärntnerin in Einweghandschuhe und löst dann, begleitet vom Schnurren der zwei hungrigen Miezekatzen, das Fleisch von den Knochen, zerteilt dabei auch gleich alles in mundgerechte Stücke und verfrachtet diese in einen neuen Topf . Das Gemüse zerquetscht sie sanft zwischen den Händen und mengt es unter das Fleisch. Die Flüssigkeit wird durchgesiebt und dazugeben. In der im Rezept angegebenen Kasserolle verdampft wohl mehr Flüssigkeit, als im Schmortopf der Kärntnerin, deshalb kocht sie das köstliche Schmorsaftl aber vorher noch um die Hälfte ein.

Laut Rezept kommt noch die Schale einer halben Zitrone und etwas frischer Thymian dazu. Beides war nicht vorrätig, hat die Kärntnerin also weggelassen.


Bei (auch ohne Thymian und Zitrone) genialen Spaghetti mit Schmorhasal haben der Winzer und die Kärntnerin dann den Tag ausklingen lassen und ein paar Pläne gemacht für das neue Jahr. Es wird wieder ein aufregendes Jahr, eines mit Veränderungen und viel Neuem.
Das erste Projekt der Kärntnerin im neuen Jahr, ist das vom alten Jahr, das hinausgeschobene.
Die Kredenz.


Die Kärntnerin mag 'ihre' Kredenz, die von den Winzereltern im Winzerhaus gelassen wurde. Die Farbe, die mag sie aber nicht. Das Holz ist im Laufe der Jahre nachgedunkelt und hat jetzt einen unguten Ton. Die Kredenz soll in einem neuen Kleid erstrahlen und auch noch gleich in ein anderes Zimmer wechseln. So ist der Plan, seit über einem halben Jahr ist deshalb das Türchen oben rechts ausgebaut, zu Testzwecken. Die sind aber nicht so gut verlaufen. Das Abbeizen des alten Lacks war eine Mordsarbeit (bei nur einem Türchen!) und das Holz darunter sieht in Natur gar nicht schön aus. Und so ist länger nichts passiert.

Aber jetzt!
Und deshalb gleich ein Aufruf. BITTE um Mithilfe, Ideen, Anleitungen. Was könnte man mit dieser Kredenz machen? Möglichst einfach bitte. Es wird so schon eine Aufgabe.
Streichen? Lackieren?
Welche Farbe/Lack verwenden?
In welcher Farbe, welchen Farben? (die Kärntnerin will ja eigentlich wieder einmal weiss, der Winzer nicht)

Ideen, Inspirationsbilder, Links, Anregungen wo man gute Anleitungen findet usw sind herzlich willkommen.  Hierhin damit: dwudk@gmx.at

Die Kärntnerin ist für alles dankbar. Sie kann sich einfach nicht entscheiden und traut sich nicht, die Sache anzugehen. Wäre doch schade, um das schöne Stück.