Grüße nach Italien


Der Sommer ist da, im Weinviertel. Während die kärntner Familie in Italien urlaubt, holen sich der Winzer und die Kärntnerin den Urlaub nach Hause. Lassen den Alltag, einmal Alltag sein und genießen einen schönen Sommerabend. Ein Glas Rosé, etwas Gutes kochen und dann raus ins Freie.


Die Kärntnerin packt das Familienrezept aus. Das für Sommertage. Das, das auch an sehr heißen Tagen, wenn der Hunger sowieso nicht so groß ist, noch schmeckt. Das, das gut zu einem lauen Sommerabend und einem Glas Wein passt. Das, das eigentlich einen GROSSEN Namen verdient hat. Italienisch mit einen mit alla oder einem del oder zumindest einem con. Vielleicht auch ganz neumodisch unitalienisch, lieber regional österreichisch, dann müssen der Namen aber mindestens zweizeilig sein und ein auf, an oder immerhin ein mit enthalten. Denkste. Den ganzen Schnickschnack braucht das gar nicht. Bleiben wir bei dem, was es schon seit Jahren ist. Der Sommerklassiker im Kärntner- und im Winzerhaushalt. Die Sommerspaghetti.



Die Kärntnerin räumt seufzend die Töpfe, Siebe und Pfannen wieder ins Kastl, die das Winzerkind gerade ausgeräumt hat und setzt das Wasser auf. Heute Spaghettini. Kaum umgedreht ist das Kastl auch fast schon wieder leer. Nun ja, immerhin kann sie in Ruhe die Paradeisaln klein schneiden, dann den Büffelmozzarella. Knoblauch muss hinein, der ist um die Jahreszeit nicht mehr ganz so schön, schmeckt aber immer noch gut. Bald, bald kommt der neue. Dann holt sie die Oliven und die Kapern aus der Speis, verfolgt vom Winzerkind. Das hat wohl Lunte gerochen, oder die schon kochenden Spaghettini... Als die Kärntnerin probiert, ob sie schon al dente sind, gibt es arge Proteste. Wie kann sie nur, die Kärntnerin, vor dem Winzerkind eine Nudel essen und nichts ins weit aufgerissene Mäulchen stecken??? Erst als ein Nudal, noch nicht ganz durch, seinen Weg in die kleinen Hände findet kann es weitergehen. Raus in den Hof, Basilikum ernten und in feine Streifen schneiden. Alles mit Olivenöl vermengen. Schon sind sie fertig die Spaghettini und es wird angerichtet. 
Mahlzeit!

 Sommerspaghetti


Spaghetti oder Spaghettini, al dente gekocht

Paradeiser, gewürfelt
Mozzarella du Bufala, gewürfelt
Knoblauch, in dünnen Scheiben
Chili, wer mag
Kapern, gehackt
grüne Oliven, klein geschnitten
Basilikum
Olivenöl




So und morgen, da ist dann wieder Kellergasse angesagt, wie jetzt den ganzen Sommer Samstags, wenn das Wetter passt. Ihr schaut doch einmal vorbei, oder?




Ruckzuck


Eins, zwei, drei und schon ist er vorbei, der MAI.

Unglaublich, gerade hat er doch erst begonnen und schon verabschiedet er sich. So viel hatten der Winzer und die Kärntnerin zu tun und schon ist einer der schönsten Monate des Jahres wieder vorbei. Warum einer der schönsten? Jetzt blüht der Klatschmohn im Weinviertel, die Straßenränder, Felder und Weingärte sind voll davon, überall leuchtet es wunderbar rot.


Und ihn den ist die Kärntnerin verliebt, jedes Jahr freut sie sich auf ihn. Glücklicherweise blüht er auch noch in den Juni hinein.

Dann gab es noch etwas zu Feiern. Im Mai.



Der große Tag der Kleinen.



Und sie hat ihn genossen.


Das Winzerkind ist dazu nach Kärnten gereist, hoch hinauf in die Nockberge, zurück zu den Kärntner Wurzeln.

Weil er etwas ganz besonderes ist, dieser Tag und vor allem der Jahrgang 2013 auch ein besonderer ist, durfte auch ein ganz besonderer Wein dieses Jahrgangs mit dabei sein. Die Jungfernlese vom ersten eigenen, gemeinsam ausgesuchten und ausgesetzten Weingarten des Winzers und der Kärntnerin. Auf den sind sie fast so stolz wie auf die andere, sehr gelungene, gemeinsame Produktion ;)


So das war die Mai-Reise. Diesmal kein Reise in den Hinterhof, dafür ist keine Zeit geblieben. Fortsetzung folgt aber. 
Zum reisen gekommen ist dagegen Susi die Turbohausfrau. Sie war im Taubenkobel, nur einen Katzensprung von Wien entfernt und damit praktisch im Hinterhof von Wien. Dort könnte man einmal vorbei schaun. Im Taubenkobel natürlich, bei der Turbohausfrau sowieso, da muss man immer wieder hinschaun und gute Rezeptideen abstauben.


Fotos © Martin Oberauner