Graues Wetter, happy Cracker

Wieder mal schnell vorweg: 
Ja, klingt gesund, ist gesund, aber schmeckt NICHT gesund!

Nicht, dass dieser Herbst besonders schön gewesen wäre, auch nicht sehr warm, also im Vergleich zu anderen Jahren. Aber wenn es dann plötzlich wirklich kalt wird, dann trauert man ihm doch nach, diesem 'halben' Herbst. 

Bei schlechtem Wetter bäckt es sich gut



Winefood: Thymian-Knoblauch-Sumach-Cracker zum Wein

Ein Sturm zieht auf und von einem Tag auf den anderen ist man dem Winter schon näher, als man ihm Ende Oktober sein möchte. Also drinnen gemütlich machen und den Ofen einheizen und etwas Neues probieren. Und von weiß auf rot umsteigen, zumindest an so einem Tag, an dem es draußen gar nicht hell werden will.

Der Walnußbaum stemmt sich gegen den Stum

Backen ist einfach. Für andere. Backen macht Spaß. Anderen. Mir nicht. Ich dachte, es wäre etwas anderes, wenn ich etwas backe, das nicht süß ist. Ändert aber nichts. Ich koche leidenschaftlich gern. Ich probier gerne was aus. Aber backen? Gebäck und ich scheinen einfach keine Freunde zu werden.
Schon mehrere, vermeintlich ganz tolle Rezepte für Weingebäck habe ich probiert. Immer auf der Suche nach der ultimativen Weinbegleitung.

Ist es mir nicht verbrannt (und das kommt öfter vor, als mir lieb ist), dann ist es entweder nicht knusprig, schmeckt fad oder ist so hart, dass man sich die Zähne ausbeißt. Es will einfach nicht sein.

Aber aufgeben ist nicht. Und so geht's frisch und fröhlich an ein neues Projekt. Mehlfrei diesmal, vollgepackt mit gesunden Zutaten, die aber nicht gesund schmecken. So der Plan. Vielleicht wird das ja was. Und gesund klingt immer gut. Happy Cracker nennen sie sich, das ist doch vielversprechend. Kann eigentlich nix schiefgehen, oder?

Gute Zutaten

Happy Wine Cracker


Rezept Quelle: My new roots
300g brauner Reis, gekocht
300g Quinoa, gekocht
100g Leinsamen
60g Sesam
2TL Sojasauce
1TL Salz
2EL Olivenöl


Den Sesam in einer Pfanne rösten, Leinsamen mit Wasser bedecken und mindestens 20 Minuten quellen lassen. Danach alle Zutaten außer dem Sesam in einer Küchenmaschine zu einem Teig verarbeiten. Sesam ganz zum Schluss dazugeben. Eventuell etwas Wasser zugeben, falls der Teig zu trocken ist und sich nicht zu einem Ball formt.

Soweit das Originalrezept. Bei mir war natürlich alles nicht ganz so einfach. Meine Küchenmaschine hat sich mit dem extrem klebrigen Teig sehr schwer getan, alles hat sich in Sekunden wie Zement an der Seite festgeklebt. In sehr kleinen Portionen, mit vorher eingeöltem Aufsatz, ging es halbwegs. War aber eine MEGA Patzerei und Aufwand. 
Einfacher geht es so: Leinsamen in trockenem Zustand in der Küchenmaschine vermalen. Mit Wasser bedecken und quellen lassen. Reis und Quinoa (bei einer nicht so großen Küchenmaschine in 2 Portionen teilen, meine hat eine 'normale' Größe, es geht sich aber nur auf 2mal gut aus) mit den restlichen Zutaten zerkleinern, bis es eine einheitliche Masse ist, dann erst die Leinsamen dazu geben. 
Und so funktioniert das auch. Sogar bei mir!
Den Teig eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, dann lässt er sich leichter verarbeiten.

Teig in 3-4 Portionen teilen und weiterverarbeiten. Wer die Cracker erst einmal testen will, der sollte einmal mit der halben Menge starten. Die ganze reicht bei mir für 4 Backbleche. Nun den Teig mit Geschmack nach Wahl versehen. Erlaubt ist, was gefällt. Kräuter, Oliven, Mohn, Gewürze, Knoblauch...

Im Winzerhaus sind entstanden: 

*Thymian, Knoblauch und Sumach
*Oliven und Rosmarin
*Chili und Mohn

In Planung: Kürbiskerne mit noch-keine-Ahnung-was und Sonnenblumenkerne mit das-überleg-ich-mir-noch.
Vorschläge werden gerne entgegen genommen...

Den Teig zwischen zwei Blatt Backpapier sehr dünn ausrollen, das obere Backpapier entfernen und mit einem Messer oder Rollschneider die Cracker schon vorschneiden. Bei 175°C ungefähr eine halbe Stunde backen. Achtung beobachten! Eventuell nach 25-30 Minuten die äußeren, schon knusprigen Cracker vorsichtig wegbrechen und die inneren, noch weichen noch weiter 10 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, vom Backblech nehmen und brechen, ganz abkühlen und schmecken lassen. Flasche Wein dazu öffen.

Schönes Wochenende. Prost und Happy baking.


Dunkle Wolken über der Kellergasse

Nein, ich esse meine Hirse nicht - Knusprige Hirselaibchen

 Vorweg: Die sind richtig gut. Wirklich! Aber jetzt zur Geschichte von der Hirse...

Ich geb es zu. Ich bin eines von diesen 'gesunden' Muttertieren. Ich bin überzeugt davon, dass Gesundheit und gute Ernährung zusammengehören. Und ich möchte, dass mein Winzerkind gesund isst. Gemüse (naja) und Obst (mmmhhhh) und gesunde Fette. Fisch und auch Fleisch, aber nicht zu jeder Gelegenheit (schwer seufz, sie liebt Fleisch). Und dann soll es wenig Zucker sein und keine ungesunden Konservierungs-, Farb-, und sonstige Zusatzstoffe. Und nicht nur leere Kalorien in Form von 'kleinkindgerechten' Snacks. 

Ich habe mich schlau gemacht und das eine oder andere (oder so..) Buch gelesen. Studien gewälzt und mich durch Blogs und Internettipps geklickt. Ich hatte einen Plan. Ein Arsenal an Rezepten. Und ich war nicht bereit mir dazwischenreden zu lassen. Von niemandem. 

Und dann das: Das Winzerkind mag keine Hirse

Na und? Damit befindet es sich ganz sicher in guter Gesellschaft, denkt ihr, oder? Vermutlich gibt es mehr Kinder die Hirse nicht mögen, als solche die sie mögen. 

Doch wie gesagt. Ich hatte einen Plan und Hirse gehörte eben dazu. Soll doch soooo gesund sein. Das Winzerkind dachte anders. Schon sehr bald nach den ersten Mahlzeiten war klar. Unser Kind isst ALLES. Jegliches Gemüse, Fisch und Fleisch, auch Avocado, Obst, Reis, Erdäpfel egal was auf dem Speiseplan stand. Ungesalzen. Zu meinem Entsetzen meiner Freude auch Hipp Gläser, die irgendwie alle nach püriertem Pappkarton schmecken. Alles, außer HIRSE. Egal mit welchem Gemüse, nicht einmal mit Fleisch (obwohl ja als Fleischersatz gedacht). Trotz Einwand des Winzers, dass sein Kind eben weiß, was es nicht will und ergo das nicht gut für es sein kann, habe ich alles probiert. In Suppe gekocht, mit Kräutern verfeinert, süß mit Milch und Früchten. Ergebnis stets das Gleiche: Verweigerung. 

Nun gut, das muss man akzeptieren, oder? NEIN! Ich war noch nicht bereit aufzugeben.

 Wenn's der Mama schmeckt...
Jetzt ist die Sache aber so: Ich selbst esse sie nicht, die Hirse. Gut riechen tut sie, aber schmecken? Gesund soll sie sein, aber ehrlich, gut ist sie nicht. Und was die Mama nicht isst, dass soll jetzt das arme Winzerkind essen?
Das Eingeständnis, dass man von seinem Kind nicht erwarten kann, dass es etwas mag, was man selbst verweigert, war dann auch des Rätsels unerwartete Lösung. 
Kaum war ein Hirse-Rezept gefunden, das MIR schmeckt, ist es auch genau das Richtige für den kleinen Geschmack. Und die kleinen Laibchen passen auch noch perfekt in kleine Hände. Unglaublich aber wahr, das Winzerkind würde die ungeliebte Hirse in dieser Form sogar JEDEN Tag essen.

Knusprige Gemüse-Hirse-Laibchen

 

120g Hirse
20g Gemüse, geraspelt zB Fenchel und Sellerie, oder Zucchini und Broccoli (Bild)
  Gemüse mit viel Wasser (wie zB Zucchini) vorher gut ausdrücken
2EL Mehl, oder Kokosmehl
1Ei
gehackte Minze
etwas Salz oder auch etwas mehr

Polentagrieß oder Semmelbrösel
Kokosöl oder Olivenöl, oder anderes Fett/Öl zum braten
Hirse weich kochen und abkühlen lassen, mit den restlichen Zutaten vermengen, im Polentagrieß wälzen und goldbraun braten. 

Tipp: Am besten sind sie handwarm, nicht mit Messer und Gabel aufhalten ;)
Gut gedippt: in Kräuter-Sauerrahm oder Tahini-Joghurt.

Guten Appetit!

Es wird persönlich

Manchmal da muss etwas passieren und jetzt, jetzt ist die Zeit dafür gekommen. Es ist Zeit die Perspektiven zu wechseln. Ab jetzt wird's persönlich. Also, die Geschichten über den Winzer und die Kärntnerin nehmen ein Ende.

Mein Weinviertel - Sonnenuntergang über den Weingärten
Diesen Blog, den gibt es jetzt schon eine Zeit lang und der Kärntnerin hat es immer Spaß gemacht sozusagen von außen über sich selbst und den Winzer zu schreiben. Und sich gefreut, dass ihre Geschichten aus dem Winzerleben ihre Leser erfreut und belustigt haben. Doch jetzt ist es eben Zeit für eine Veränderung. Also soviel wird sich jetzt nicht ändern. Der Name bleibt auf alle Fälle und auch die Geschichten, die Rezepte und die Einblicke ins Weinviertel.
Nur: Aber ab jetzt heißt es ICH und MEIN. Die Kärntnerin tritt einen Schritt in den Vordergrund, oder auch nicht. Zumindest Perspektivenwechsel. Erste Person, oder so... Ihr versteht schon.

Mein Weinherbst
Also.
Hier bin ich. Die Kärntnerin im Weinviertel. Die mit dem Winzer. Die, die das Weinviertel liebt und die Kellergassen, die Weingärten und die sanften Hügel, ihren Garten und ihre Familie. Gutes Essen und guten Wein. Und sonst auch noch so einiges, aber das behalte ich mir für ein anderes Mal auf.

Meine Kellergasse - Keller im Abendlicht
Vorerst gibt es nur noch ein paar Bilder von einer abendlichen Kellergassenrunde. Und dann verabschiede ich mich für heute schon wieder, in die Herbstnebel des Weinviertels...

Kurz, ganz kurz

Heute fast ohne Worte. Das Wichtigste nur als Stichwortliste. Schöne Bilder. Klitzekleiner Urlaub.

Tapetenwechsel
24h im Salzkammergut
Familienfeier
Juniorsuite mit Seeblick
Mmmmhhhh Steaks vom Haubenkoch
und Mondseefisch
Sehr schöne Weinkarte
Steine und Wasser - glückliches Kind





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